Waffenlexikon

A Absehen Bezeichnung der gestrichelten Zieleinrichtung in optischen Visieren.
  Abteiler Hält in Mehrladewaffen die oberste Patrone im Magazin lose, so dass sie durch Neigung des Laufes ins Patronenlager fällt.
  Abkommen Die Lage der Waffe und der Visierung, die sie im Augenblick des Schusses einnimmt. Ideal ist es wenn Abkommen gleich Haltepunkt ist. Wichtig: Abkommen hat mit "Absehen" (Visierung bei Zielfernrohren) nichts zu tun.
  Abzug Bild Auch Züngel. Der Abzug besteht aus eigentlichem Abzug und Abzugsblatt und ist am Abzugsblech drehbar gelagert.
  Abzugsblech Auch Züngelblech. Enthält die Schlitze für den/die Abzüge und stellt die Verbindung zwischen Verschlußkasten und Schaft her.
  Abzugsstange Bild Ein Hebel, der die Bewegung des Züngels auf das Schlagstück überträgt.
  Abzugsstop (engl.: Triggerstop) -Schraube oder Block, die das Durchfallen des Züngels nach der Schoßauslösung stoppt.
  Abzugswiederstand Muß zum Auslösen des Schusses überwunden werden.
  ACP Abkürzunf für Automatic Colt Pistol, Namenszusatz bei Pistolenmunition .45.
  Adapter Patronenartiger Einsatz im Originalkaliber, mit dem schwächeren Patronen verschossen werden können.
  AE Abkürzung für Action Express, eine Zusatzbezeichnung für Kaliber.
  Aerobe Ausdauer Sportmedizinischer Begriff, der die Fähigkeit der Muskulatur bezeichnet, den beim Atmen zugeführten Sauerstoff zu verarbeiten. Bei der aeroben Muskelarbeit, zum Beispiel bei leichtem Jogging, wird der Muskulatur gerade so viel Sauerstoff zugeführt, wie sie zum Umsetzen in Energie benötigt. Nach kurzer Zeit wird der "staedy-ready"-Zustand erreicht: Sauerstoffaufnahme und -abgabe stehen im Gleichgewicht.
  Aimpoint Optisches Leuchtpunkt-Visier.
  Amboß Bestandteil des Zündhütchens, Gegenlager zur Schlagbolzenspitze.
  Amboßzündhütchen Zentralfeuerzünder mit eingebautem Amboß.
  Anaerobe Ausdauer Kurzzeitbelastungen, bei denen die Sauerstoffaufnahme durch das Atmen nicht ausreicht, um die Muskulatur ausreichend mit Energie zu versorgen, beispielsweise beim 100m Sprint. Der Körper geht dann eine sogenannte Sauerstoffschuld ein und die Muskulatur bildet Milchsäure (Laktat). Erst bei längeren aber nicht so starken Belastungen wie etwa beim 5000m Lauf geht die anaerobe Muskelarbeit wieder zugunsten der aeroben zurück.
  Anfangs- geschwindigkeit (Vo) Die Geschwindugkeit des Geschosses beim verlassen der Mündung.
  Angesetztes Schloß Auch angeschraubtes Schloss. Halbvorliegendes Schloß bei Hahngewehren, das nicht in Aussparungen des Verschlusskastens befestigt, sondern hinter dem Stoßboden angeschraubt ist.
  Angelenkt Scharnierartiger Gelenkteil am Lauf, der es ermöglicht, die Ladepresse am Perkussions-Revolver, den Ladestock oder das Klappbajonett am Gewehr in vertikaler Richtung zu bewegen.
  Anschlag Querstange aus Metall oder Horn unmittelbar hinter der Klinge einer Saufeder, selten auch bei militärisch genutzten Spießen. Der Anschlag, auch Knebel genannt, verhindert ein zu tiefes Eindringen des Spießes in den Tierkörper und hielt dem Jäger das aufgespießte Wild buchstäblich vom Leibe. Meist war der Anschlag mit Lederriemen am Holzschaft befestigt.
  Anschlagsschaft Gewehrartiger Kolben, der an eine Kurzwaffe montiert wird.
  Aptierung Modernisierung von Waffen durch konstruktive Änderungen.
  Arkebuse Alte Bezeichnung für die Luntenschloßmuskete.
  Aufschubmontage Schienenartige Befestigung für Zielfernrohre.
  Aufhaltekraft Im Bereich des Waffen- und Schießwesens gibt es nur wenige Begriffe, über die bei Laien und sogar bei vielen Waffenträgern derartig verworrene Vorstellungen herrschen wie über den Begriff der Aufhaltekraft (stopping power). In der Vorstellung vieler Menschen verbindet er sich mit besonders grausamen und besonders lebensgefährlichen Verletzungen. Das ist jedoch völlig falsch. Grundsätzlich beinhaltet der Begriff der Aufhaltekraft nur die Fähigkeit eines Geschosses, einen Gegner möglichst schnell und zuverlässig aktionsunfähig zu machen, d. h. möglichst mit einem einzigen und dazu noch schlechten Treffer. Dadurch stehen Tötungs- bzw. Verletzungswirkung einerseits und Aufhaltekraft andererseits in hohem Maße in umgekehrtem Verhältniss zueinander. Denn wenn es gelingt, einem Gegner mit einem einzigen Treffer auf eine relativ ungefährliche Körperstelle aktionsunfähig zu machen, so ist das für den getroffenen weit weniger Gefährlich, als wenn zur Erreichung der gleichen Aktionsunfähigkeit mehrere Treffer in lebenswichtige Organe oder gar Kopfschüsse notwendig sind. Ein Geschoss mit hoher Aufhaltekraft bietet deshalb nicht nur dem in Notwehr befindlichen Verteidiger eine größere Sicherheit, sondern ist auch dem beschossenen Angreifer gegenüber humaner und weniger gefährlich.
  Auftreffenergie Die Auftreffenergie eines Geschosses ist ein rein physigalisch-technischer Wert, der sich aus Geschoßgewicht und Geschoßgeschwindigkeit errechnet. Im Gegensatz zu einer weit verbreiteten Meinung stellt die Geschoßenergie keinen direckten Leistungsmaßstab für die Geschoßwirkung dar. Für die eigentliche Geschoßwirkung kommt es darauf an, in welche Leistung (Durchschlagskraft, Aufhaltekraft, tötende Wirkung) die Geschoßenergie umgesetzt wird. Für die endgültige Wirkungsbeurteilung eines Geschosses kann die Energie lediglich ein wichtiger Hilfswert sein.
  Ausgeschossener Lauf Abnutzungsschaden, der an unscharfen Feld-Zugkanten erkennbar ist.
  Ausreißer Schuss, der vom üblichen Trefferbild abweicht. Häufige Ursache dafür ist der Ölschuss. Vor dem ersten Schuss sollte man den Lauf deshalb immer sauber entölen.
  Ausstoßerstange Am Revolver angebrachte Schubstange zum Entfernen der leeren Hülsen aus der Trommel.
  Auswerfer Auch Ejektor oder Patronenauswerfer. Schleudert beim Öffnen des Verschlusses die Hülsen aus dem Patronenlager.
  Auszieher Im Lauf oder am Verschlußkopf eingebaute Kralle, welche die Hülse aus dem Patronenlager zieht.
  Auszugslänge Beim Bogenschießen die Strecke zwischen der Pfeilauflage und dem Ankerpunkt das Schützen. Sie misst je nach Armlänge zwischen 26 und 30 Zoll.
  Automatische Waffen Für Dauer-/Serienfeuer gebaute oder umschaltbare Selbstlader.
  Aydt-Verschluß Eine von dem Suler Büchsenmacher Aydt erfundene Art des Blockverschlusses mit einem unter dem Lauf angeordneten Drehpunkt.
     
     
B Backe Für die Kopfauflage beim Anschlag vorgesehener Teil des Gewehrschaftes.
  Bahn Im Gegensatz zur Hohlbahn stellt die Bahn den Teil der Klinge dar, von dem aus sie sich zur Schneide hin verjüngt. Bei Blankwaffen mit rautenförmigem Querschnitt fällt die Bahn mit dem Mittelgrat zusammen.
  Bajonettz Stich- oder Hiebwaffe für den Nahkampf, die an der Mündung militärischer Langwaffen befestigt (aufgepflanzt) wird. Bajonette werden unterschieden nach der Klingenform (Messer- oder Säbelklinge) sowie nach der Art der Aufpflanzvorrichtung: Beim Tüllenbajonett beispielsweise befindet sich an Stelle des Griffs eine Tülle, die über den Lauf geschoben werden kann und das Bajonett so an der Waffe festhält. Das Klappbajonett ist unterhalb der Laufmündung so angelenkt, dass es nach unten oder seitlich an den Schaft angeklappt werden kann. Sehr häufig sind Bajonette mit einem am Lauf oder Laufring befestigten Eisen, der sogenannten Bajonettwarze, unterhalb der Laufmündung arretiert. Der Name leitet sich ab von der französischen Stadt Bayonne, wo angeblich zum ersten Mal Bajonette eingesetzt wurden.
  Bajonettwarze Um die Bajonette am Lauf zu befestigen, löteten oder schmiedeten Techniker einen kantigen Sockel an den Lauf oder an den obersten Schaftring. Dieser Sockel, die Bajonettwarze, fixiert den Knauf an der Waffe und verhindert, dass sich das häufig zusätzlich noch von einem Mündungsring gehaltene Seitengewehr von der Waffe löst.
  Bajonettwarze Über und unter dem Lauf angebrachte kurze Halterung für Seitengewehre mit Laufring an der Parierstange. Sie fixiert den Knauf und trägt, anders als der Bajonetthalter, nicht das Gewicht des Seitengewehrs.
  Balkenzüge Sie bestimmen bei gezogenen Läufen das Profil. Der Lauf-Querschnitt zeigt Felder mit mehr oder weniger senkrechten Seiten; die tiefer liegenden Züge haben fast die Form eines Rechtecks.
  Ballistik Die Lehre von der Bewegung geworfener oder geschossener Körper (balliste = Wurfmaschine in der Antike). Man unterscheidet zwischen Innen-, Mündungs-, Außen- und Ziel- oder Endballistik. Die Innenballistik untersucht alle chemischen und physikalischen Vorgänge im Lauf, vom Beginn der Zündung bis zum Austritt des Geschosses aus der Mündung. Die Mündungsballistik, auch Übergangsballistik genannt, beschäftigt sich mit der Pulververbrennung (Mündungsfeuer) und dem Verhalten des Geschosses beim Austritt aus dem Lauf. Die Außenballistik untersucht die Flugbahn das Geschosses bis zum Auftreffen auf das Ziel. Die Ziel- oder Terminalballistik analysiert die Entwicklung das Projektils auf das Ziel, angefangen vom Auftreffen des Geschosses, seiner Durchschlagskraft und Splitterwirkung bis hin zu biologischen Auswirkungen auf den Zielkörper, besonders bei Geschossen von Jagdbüchsen.
  Bandolier Ursprünglich ein breiter, lederner Schulterriemen der Musketiere, an dem fertig abgemessene Pulverladungen in kleinen Holz- oder Hornfläschchen, den "zwölf Aposteln", hingen. Mit dem Aufkommen von Hinterladern veränderten auch die Bandoliers ihre äußere Form: Sie erhielten verschiedene Taschen für Magazine oder Ladestreifen. Ab dem 1900 wurden Bandoliers nicht mehr aus Leder, sondern aus Leinen oder Kunstfasergewebe hergestellt.
  Bar Maßeinheit für den Gasdruck
  Bärenspieß Zur Bärenjagd benutzter Jagdspieß mit starker, herzförmigen Klinge, die ein Mittelgrat zusätzlich stabilisiert. Ein Knebel an der Tülle verhindert, dass der Schaft hinter dem Eisen in den Tierkörper eindringt. Die mittelalterlichen Schäfter bevorzugten für Bärenspieße vor allem robuste Eichen- oder Eschenknüttel, also so gewachsenes Holz, das nicht so schnell brach wie gedrechseltes.
  Basküle Bei Kipplaufwaffen die Bezeichnung für das Gehäuse, in dem Schloss und Verschlussteile untergebracht sind. Je nach System (zum Beispiel Holland & Holland oder Anson & Deeley) kann die äußere Form des Systemkastens variieren.
  Batterie Die beim Steinschloß über der Pfanne angeordnete Schlagfläche des Pfannendeckels.
  Bayrische Backe Vorwiegend bei Jagdgewehren übliche, spezielle Kolbenform. Die herausstehende Wangenauflage besitzt Rechteckform. Bei der sogenannten Deutschen Backe und Monte-Carlo-Backe ist sie abgerundet.
  Bieberschwanz engl.beavertail Speziell geschwungener Griffsporn für Großkaliberpistolen, wie sie Schützen in Wettbewerben des praktischen Schießens verwenden. Der Beavertail (auf deutsch: Bieberschwanz) besitzt eine breite, an den Schwanz des Bibers erinnernde Form, wodurch sich die Waffe zwischen Zeigefinger und Daumen besonders fest abstützt. Oder ein verdickter Vorderschaft bei Langwaffen.
  Berdanzündung Zentralfeuer-Zündmethode mit Amboß in der Glocke der Hülse. Bekannt nach dem Erfinder Hiram Berdan, einem Scharfschützenoffizier im US-Bürgerkrieg.
  Bergstutzen Kurze Jagdwaffe
  Beryllium Hochwertige Perkussionswaffen besitzen anstelle einfacher Stahlpistons oft Zündstutzen aus dem hitzeresistenten Leichtmetall Beryllium, das zur Gruppe der Erdalkalimetalle gehört.
  Beschuss Beschuß im Sinne des Waffengesetzes ist die in diesem Gesetz vorgeschriebene Einzelprüfung von Schußwaffen. Jede einzelne, diesem Beschuß unterliegende Waffe wird zunächst daraufhin untersucht, ob sie -insbesondere hinsichtlich der Lauf- und Lagermasse usw.- den gesetzlichen Vorschriften entspricht. Sodan werden aus dieser Waffe ein oder mehrere Schüsse mit spezieller Beschußmunition, die einen wesendlich höheren Gasdruck erzeugt als die gesetzlich zugelassene Gebrauchsmunition, abgegeben. Erst wenn die Waffe diese beiden Prüfungen bestanden hat, erhält sie zum Zeichen dessen die entsprechenden Beschußzeichen. Schußpräzision usw. werden nicht begutachtet. Es handelt sich also um eine reine Sicherheitsprüfung Beschusszeichen
  Bipod engl. Zweibein
  Biomechanik Die Lehre von den Bewegungsabläufen aller Organismen. Im sportlichen Bereich beschränkt sich die Biomechanik auf medizinische Untersuchungen der Leistungsfähigkeit eines Athleten, beispielsweise die Zug-, Druck- und Biegefestigkeit der Knochen, Sehnen und Muskeln. Vor allem im Hochleistungssport besitzt die Biomechanik einen hohen Stellenwert für das richtige, auf die Fähigkeiten eines Sportlers abgestimmte Training.
  Blättchenpulver In viereckigen Blättchen hergestellte rauchlose Pulversorten.
  Blankwaffen Sammelbegriff für alle Hieb-, Stoß-, Schlag- und Wurfwaffen wie Lanzen und Speere, dazu Schilde, Helme sowie Schutzkleidung wie Rüstungen. Blankwaffen-Lexikon
  Bleigeschoss Mantelloses Projektil aus Weich- oder Hartblei, teilweise legiert.
  Bleimantelgeschoss Projektil mit weichen Bleikern und Führungsring aus Hartblei.
  Blide Mittelalterliche Belagerungs- und Wurfmaschine, die zentnerschwere Steine mehrere hundert Meter weit schleudern konnte. Die Blide arbeitete nach dem Prinzip des Gegengewichts: Am kürzeren Ende eines axial gelagerten Wurfarms hing ein tonnenschweres Gegengewicht, am längeren Hebel das Wurfgeschoss. Im Gegensatz zum Tribok war das Gegengewicht der Blide beweglich gelagert.
  Blitz-Schloss Diese Schlossart wird für ein- und mehrläufige Kipplauf-Jagdgewehre verwendet. Bei diesem Schloss befinden sich alle Teile wie zum Beispiel die Schlagstücke und Schlagfeder auf der Abzugsplatte. Über die Spannstangen, die durch das Baskühl reichen und in Ausnehmungen im Vorderteil ein Gegenlager besitzen, spannen sich beim Abkippen des Laufes die Schlagstücke. Nachdem man die Abzugsplatte abgeschraubt hat, kann das ganze Schloss samt Abzugseinrichtung aus der Waffe entfernt werden.
  Blockverschluss Ein beweglicher Metall-Block verriegelt den Lauf nach hinten, wobei der Block je nach System anders angeordnet ist. Die berühmtesten und auch heute noch angewendeten Systeme sind der Fallblock- und der Vertikalblockverschluss. Der Fallblockverschluss wird bei Kipplaufwaffen verwendet. Diese Verschlussbauweise ermöglicht besonders kurze Waffen. Nur das Laden dauert länger als bei Repetierwaffen. Der Vertikalblockverschluss eignet sich besonders für schwere Büchsenkaliber.
  Bockbüchsflinte Jagdwaffe, vor allem für Pirsch und Ansitz, mit einem Schrotlauf und einem darunterliegenden Kugellauf. Beim Kontra-Bock-System liegt der Schrotlauf unter dem Kugellauf. Bei der Büchsflinte liegen die Läufe nicht über- sondern nebeneinander.
  Bock-Doppelbüchse Büchse mit zwei übereinanderliegenden Kugelläufen.
  Bock-Doppelflinte Flinte mit übereinanderliegendem Schrotlauf-Paar.
  Bockdrilling Kombinationswaffe mit übereinander angeordneten Kugelläufen und einem Schrotlauf.
  Bodensog Bodensog nennt man die Luftwirbel, die sich hinter dem fliegenden Geschoss, entgegengesetzt der Flugrichtung, in der Luft bilden. Die Intensität dieses Sogs steigt mit der Geschwindigkeit des Projektils. Zusätzlich zum Luftwiderstand wird dadurch die Geschwindigkeit des fliegenden Geschosses erheblich verringert. Um den Bodensog zu vermindern, verkleinern die Ballistiker die Bodenfläche des Geschosses durch einen Heckkonus - deutlich zu erkennen beispielsweise beim TUG-Geschoss. Diese Verkleinerung des Bodendurchmessers wirkt aber nur im Unterschallbereich. Bei sehr schnellen Geschossen erreicht man durch den Heckkonus nur eine Verlagerung des Schwerpunktes nach vorne.
  Bogenfenster Seitlicher Ausschnitt im Mittelteil eines Bogens, durch den der Schütze das Ziel über den Pfeil anvisiert.
  Bodenkappe Der hintere Teil der Schrotpatrone
  Bore Bezeichnung altenglischer Büchsenmacher für Gewehrläufe. Daraus leitet sich ein Kalibermaß ab. Das Gewehrkaliber 12 Bore entsprach beispielsweise dem Flintenkaliber 12 Gauge, da sich aus einem englischen Pfund (453 Gramm) genau 12 Rundkugeln im Durchmesser von 18,2mm gießen ließen.
  Bosquette (frz.) Leistungsgesteigerte Randfeuerpatrone
  Boxerzündhütchen Nach dem Engländer Edward Boxer (1823-1898) benanntes Zündhütchen mit eingebautem Amboß.
  Brenneke Wilhelm (1865-1951) -deutscher Waffen- und Geschosskonstruckteur. Der Name wurde umgangssprachlich zur Bezeichnung für Flintenlaufgeschoss und Jagdmunition (TIG, TUG).
  Brenchrest- Schiessen Besondere Art das Präzisionsschießens, bei der Gewehrschützen möglichst enge Schussgruppen zu erreichen versuchen. Dabei zählt keine Ring-Wertung, sondern nur der Durchmesser der "Matches", der einzelnen Fünfschuss-Gruppen, entscheidet. Die Schießentfernungen betragen 100, 200 und 300 Meter. (In angelsächsischen Ländern gelten Yards) Der Schütze sitzt hinter einem Anschußtisch, die Waffe ruht auf einer speziellen Auflage, der "bench rest"(vom Englischen "bench"=Blank). Dabei liegen Kolben und Vorderschaft auf je einem kleinen Sandsack, von denen der vordere zusätzlich auf einem verstellbaren Stativ sitzt. Brenchrest-Schützen schießen in der Regel mit speziell überarbeiteten Einzelladern mit Zylinderverschlüssen und benützen nur wiedergeladene Munition. Die gebräuchlichsten Kaliber sind .308 Winchester und .222 Remington. Brenchrest-Schießen gibt es seit 1947 in den USA, die deutschen Brenchrester organisierten sich 1979 im deutschen Brenchrest Verband (DBRV).
  Bronze Sie besteht zu über 90% aus Kupfer und einigen Prozenten Zinn; diese Mischung macht sie gleichzeitig hart und elastisch. Die Läufe der ersten Feuerwaffen waren aus Bronze gegossen; bei Geschützen war das bis 1900 üblich. Bronze als Material für Griffe und Beschläge von Hieb- und Stichwaffen wird heute noch verarbeitet.
  Browning John M. (1855-1926)-bedeutensten US-Waffenkonstrukteur, arbeitete für Winchester und FN. Die nach ihm benannte Firma gehört inzwischen zum belgischen FN-Konzern. Der Name griet umgangssprachlich zum Synonym für kleine Selbstladepistolen.
  Brünieren Verfahren zur Oberflächenbehandlung von Metallen, einst durch Rosten bis zur Braunfärbung, heute auch in blau oder schwarz.
  Büchsdrilling Büchse mit drei Kugelläufen.
  Büchse Langwaffe mit gezogenem Lauf.
  Bügeldruck- verschluss, Bügelspannergewehr Gewehr mit beweglichem Abzugsbügel oder darunterliegendem Hebel, dessen Betätigung den Verschluss öffnet und das Schloss spannt.
  Bündelrevolver Revolver, bei dem mehrere Läufe um eine zentrale Achse drehbar angeordnet sind. Um 1780 ließ sich Nock in England einen Steinschloss-Bündelrevolver patentieren, bei dem der Schütze das Laufbündel nach jedem Schuss mit der Hand weiterdrehen musste. Wegen der vielen Läufe waren diese mehrschüssigen Waffen sehr schwer, unhandlich und wenig präzise.
  Bull-Barrel Extra schwerer Scheibenlauf
  Bunthärten Eine Methode zum Oberflächenhärten von Eisenteilen an Waffen. Diese Teile werden zusammen mit einer aus Leder gewonnenen Kohle mehrere Stunden lang geglüht. Dabei dringt der freiwerdende Kohlenstoff in die Eisenoberfläche ein. Beim Abschrecken im Wasser werden die Teile hart, ihre Oberfläche erhält ein marmorartiges Muster aus bräunlich- blauen Farbtönen.
C Cam Elliptische Compoundrolle, die wie das "wheel" nach den Prinzip des Flaschenzuges arbeitet. Sie ermöglicht eine besonders hohe Beschleunigung des Pfeiles.
  Center Fire (CF) siehe Zentralfeuer
  Champignon pilzförmige Handstütze
  Cassepot Antonie Alphonse (1833-1905) Erfinder des in Frankreih 1866 eingeführten gleichnamigen Zündnadelgewehrs. Meilensteine der Waffengeschichte.
  Checkering Eingeschnittene Aufrauhung an Griffstücken für bessere Griffigkeit.
  Choke Mündungsverengung bei Flintenläufen, die den Streukreis einer Schrotgarbe verringert. "Full-Choke"=Verengung von 0,75 bis 1mm. Dreiviertelchoke: Verengung von 0,55 bis 0,875mm. Halbchoke Verengung von 0,38 bis 0,5mm. Vietelchoke Verengung von 0,25mm.
  Cook off Selbstzündung einer ins Patronenlager eingeführten Patrone, was bei heißgeschossenen automatischen Waffen ab und zu, dagegen bei solchen mit hülsenloser Munition häufig vorkommt.
  Collimator Gerät zum Justieren der Zieleinrichtung mit einem Mündungsdorn.
  Colt Samuel P. (1814-1862) einer der bedeutensten US-Waffenkonstrukteure, gilt als Erfinder des Revolvers. Die von Ihm gegründete Firma besteht bis heute. Colt steht auch als Synonym für Revolver.
  Compensator (Comp) Mündungsbremse
  Cordite In England entwickeltes Nitroglycerin-Treibmittel mit länglichen, schnurartigen Pulverpartikeln (vom englischen "cord" für Schnur). Die Briten laborierten von 1890 an bis in die 20er Jahre ihre Munition für Handwaffen mit Cordite.
  Crimpen Zusätzliche Befestigung eines gesetzten Geschosses im Hülsenhals, die man an der Bördelung der Hülsen-Außenseite erkennt. Wiederlader erhöhen damit das Auszugswiederstand des Geschosses und steigern so den Gasdruck der Treibladung.
  Culot 1) Schüsselförmige Haube in Schrotpatronen, die oberhalb des Pfropfens die Schrotladung aufnimmt und abdichtet;
 
2) Metallnäpfchen im hinteren Ende von Expansionsgeschossen;
 
3) Besonders hergestellte Bodenkappe von Schrotpatronen.
  Custom, Custom-Made Englischsprachiger Begriff für Sonderanfertigung nach Kundenwünschen.
D DA engl. für Double Action (Spannabzug)
  Dämmerungsvisier siehe unter Leuchtvisierung
  Dammast-Lauf Lauf aus einer streifenartigen Schmiedeeisernen-Stahl-Verbindung.
  Dauerfeuer Feuerstoß aus einer vollautomatischen Selbstladewaffe.
  Demiblock Besonders konstruierte Laufverbindung bei Doppelflinten
  Deer-Barrel-Lauf Glatter, meist mit Gewehrvisier ausgestatteter Flintenlauf ohne Mündungsverengung (choke), der speziell für Flintenlaufgeschosse entwickelt wurde. Deer-Barrel-Läufe werden vor allem in Amerika sehr häufig benutzt, weil dort die Jagd auf Hirsche in einigen Bundesstaaten ausschließlich mit Flintenlaufgeschossen erlaubt ist. Darauf weist auch der Name hin, denn Deer-Barrel heißt zu deutsch "Hirsch-Lauf".
  Deformations- geschoss Spezialprojektil, das im Zielmedium aufpilzt.
  Degen Lange Seitenwaffen mit gerader Klinge, die sich nur für den Stoß und den Hieb eignet. Das Gefäß besitzt einen Handschutz, der je nach Herkunft und Verwendungszweck als geschlossener Korb oder verwundene Parierstange ausgeführt ist. Das Wort Degen taucht etwa um 1400 zum ersten Mal auf, um einen leichten Klingentyp von Schlachtschwert abzugrenzen. Später umfasste dieser Begriff Waffen mit gerader Klinge in den verschiedensten Ausführungen, vom leichten Rapier bis zum schweren Reiter-Pallasch, der mehr Hieb- als Stichwaffe war. In der Renaissance stieg der Degen zum Statussymbol des Adels auf. Er war aber eher Schmuckstück als Kampfgerät. Bis ins 20. Jahrhundert hinein konnte der Degen seine Stellung als Repräsentationswaffe beim Militär behaupten.
  Delaborierung Zerlegen einer Patrone in ihre Bestandteile, im Gegensatz zur Laborierung, dem Zusammenbauen einer Patrone.
  Deringer, Derringer Nach dem US-Büchsenmacher Henry Deringer (1786-1868) benannte Perkussions-Taschenpistole. Die Schreibweise mit "rr" steht für Nachbauten.
  Deutscher Stecher Abzugsart, die einen extrem geringen Abzugwiederstand ermöglicht. Hauptbestandteile sind die beiden Abzüge. Zum Spannen des Stechers zieht man das hintere Züngel bis zum Einrasten durch. Nach dem Abziehen des vorderen Züngels schnellt das unter Federdruck stehende hintere hoch, schlägt gegen die Abzugsstange und löst den Schuss aus.
  Diabolo Bleigeschoss für Lüftdruckwaffen in Spindelform.
  Diopter Lochvisier
  Diesel-Effekt Gelangt Öl in den Kolbenraum von Federdruck- und Kompressionsluftgewehren, wird es beim Vorschnellen des Kolbens zerstäubt und so hoch verdichtet, dass es sich wie der Treibstoff eines Dieselmotors von selbst entzündet. Das Geschoss wird dadurch zusätzlich beschleunigt. Die Mechanik von Luftgewehren hält diese Belastungen nicht aus; im schlimmsten Fall fliegt das Gewehr auseinander.
  Direktabzug Spezielle Abzugskonstruktion, ähnlich einem Stecher, bei Match-Luft- und KK-Gewehren. Die Auslösung erfolgt ohne spürbaren Weg: Bei Überschreiten eines bestimmten Widerstandes bricht der Schuss. Aus Sicherheitsgründen sind Direktabzüge mit leichtem Abzugsgewicht nicht zu empfehlen.
  Doppelbüchse Traditionelle Hoch- und Großwildwaffe mit zwei nebeneinander liegenden und miteinander fest verlöteten Kugelläufen.
  Doppeln Ungewolltes Abfeuern eines zweiten Schusses, oft verursacht durch abgenützte Rasten oder zu fein eingestellte Abzüge bei Selbstladern oder automatischen Waffen.
  Doppelabzug Doppelflintenabzug mit einem Züngel je Lauf.
  Doppelbüchsdrilling Kombinationswaffe mit zwei gezogenen und einem glatten Lauf.
  Doppelbüchse Jagdwaffe mit zwei nebeneinanderliegenden gezogenen Läufen.
  Double-Action Spannabzug; Schloßkonstruktion, bei der der Abzug zunächst das Schloß spannt, beim Revolver die Trommel weiterdreht und dann den Schuss auslöst 
  Double-Action-Only (DAO) DAO-Waffen, lassen sich nicht von Hand vorspannen.
  Doublette 1) Zwei unmittelbar nacheinander abgefeuerte Schüsse aus einen Waffe.
 
2) Beim Wurftaubenschießen: zwei gleichzeitig geworfene Wurfscheiben (Tontauben)
  Drall Schraubenförmige Windung der Züge und Felder in gezogenen Läufen, die die flugbahnstabilisierende Drehbewegung des Geschosses um die eigene Achse (Rotation) bewirkt.
  Drall-Länge Ein Längenmaß, das sich aus einer vollen Umdrehung der Züge ergibt, oder anders gesagt, das Maß dar Lauflänge innerhalb der sich das Geschoss einmal um seine Längsachse dreht. Die Drall-Länge beträgt, bei den gebräuchlichsten Gewehrkalibern 200 bis 420mm. Bei einer angenommenen Lauflänge von 60cm und einer Drall-Länge von 24cm dreht sich das Geschoss Zweieinhalbmahl um die eigene Achse, bevor es den Lauf verlässt.
  Drehblockverschluss Verschlussart, die beim Öffnen eine leichte Drehbewegung um die eigene Achse ausführt.
  Dreyse Nikolaus (1787-1867) und Franz von (1822-1894, Sohn Nikolaus) deutscher Waffenkonstruteure. Ersterer erfand das nach ihm benannte Zündnadelgewehr, letzterer Repetier- und Jagdgewehre. Meilensteine der Waffengeschichte
  Dreibasiges Nitropulver Aus drei verschiedene Explosivstoffen bestehendes Gemisch, beispielsweise Nitrozellulose, Diglykoldinitrat und Nitroguanidin. Zweibasige Pulver enthalten nur Nitrozellulose und Nitroglycerin als Explosivstoffe. Einbasiges Pulver enthält als einzigen Grundstoff Nitrozellulose.
  D-Mantel-Geschoss Zerlegungsgeschoss mit Hohlspitze.
 
Das Geschoß besteht aus einem Bleikern und einer doppelten Hülle (D). Der  innere Mantel umhüllt den gesamten Kern, der äußere nur den hinteren Teil. Nach dem Eindringen erfolgt sehr schnelle Deformation, bis sich das Geschoß ganz zerlegt. Meistens erfolgt deshalb kein Durchschuß.
  Drilling Jagdwaffe mit drei Läufen: Unter zwei nebeneinander liegenden Schrotläufen befindet sich ein Kugellauf. Damit eignet sich diese Waffe für fast alle Jagdarten. Für die Schonzeit kann der Drilling meist mit einem zusätzlichen herausnehmbaren Einstecklauf im Kaliber .22 Magnum ausgerüstet werden. Ein Bockdrilling ist eine Bockbüchsflinte mit zusätzlichem seitlichen Lauf mit kleinem Kaliber. Der Flintendrilling verfügt über drei Schrotläufe und ist eine sehr selten verlangte Spezialwaffe. Der sogenannte Waldläufer-Drilling auch "Schienendrilling" genannt, ist eine Doppelflinte mit oben in der Laufschiene liegendem KK-Lauf.
  Druckpunkt, Direktabzug Beim Abziehen zu überwindender Wiederstand (Druckpunkt) vor der Schussauslösung.
  Dum-Dum- Geschosse Die Bezeichnung "Dum-Dum-Geschoß" stammt von den Engländern, die derartige Geschosse zuerst hergestellt und in ihren Kolonialkriegen ingesetzt haben. Es handelt sich hier um militärische Vollmantelgeschosse, bei denen an der Spitze der Bleikern freigelegt worden ist. Beim Eindringen in den Körper deformieren diese Geschosse unter Abgabe zahlreicher Metallsplitter und verursachen dadurch schwerste Verletzungen. Der Einsatz solcher Geschosse zu Kriegszwecken ist völkerrechtswiedrig, konnte jedoch in beiden Weltkriegen wiederholt beobachtet werden.
  Duplex 1) Besondere Form des Absehens;
 
2) Patrone mit Doppelgeschoss.
  Dynamische Analyse Beschäftigt sich mit der Innen- und Außenballistik, mit der Zielballistik sowie der Treffpunktlage der Geschosse.
      
E Einabzug Automatisch umschaltender Abzug bei mehrläufigen Waffen.
  Einfield Die genaue Bezeichnung der unter dem Namen Einfield bekannten staatlichen englischen Gewehrfabrik lautet: Royal Small Arms Factory (RSAF). 1804 in Einfield Lock gegründet, wuchs die kleine Waffenschmiede in kürzester Zeit zu großen Rüstungskonzern. Einfield entwickelte so berühmte Gewehre wie das Pattern 1853-Miniè-Gewehr, das Snider-Konversion, den Martini-Einfield-Fallblockverschlußlader oder das Einfield-Metford-Repetiergewehr. Außerdem baute die RSAF auch Revolver wie den Mark I und Mark II im Kaliber .450/.476.
  Einheitspatrone Bezeichnung für Patrone, die Geschoss, Treibladung und Zünder vereint, wie damals in Deutschland beim Dreyse-Zündnadelgewehr.
  Einschießen Dabei wird die Visiereinrichtung (Zielfernrohr oder offenes Visier) solange justiert, bis Zielpunkt und Treffpunkt auf der gewünschten Einschieß-Entfernung identisch sind. Im Werk geschieht das meist mit einer Einschiessmaschine, die Ziel- und Anschlagfehler fast ausschließt. Allerdings wird nur eine Laborierung geschossen.
  Einstecklauf Herausnehmbarer Lauf um aus einem großen Laufdurchmeser kleinere Kaliber verschießen zu können.
  Einzelladerwaffen Waffen ohne Mehrschußenrichtung, also Waffen, bei denen die Patrone nach jedem Schuß per Hand durch eine neue ersetzt werden muß.
  Ejektor siehe Auswerfer
  Elektrische Zündung 1) Elektrische Schussauslösung bei Waffen;
 
2) Elektrische Zünder in Patronen/Geschützladungen.
  Entladehammer Wiederlader-Werkzeug zum gefahrlosen Entladen scharfer Patronen. Dabei werden die Patrone in den hammerförmigen Hohlkörper eingesetzt und die Hülse mit einem flexiblen Halter fixiert. Durch kräftige Schläge fällt das eingesetzte Geschoss aus dem Hülsenmund heraus und wird unbeschädigt im vorderen Hohlraum aufgefangen.
  Entlastungs- bohrungen Sie wirken wie Lauf-Ventile, durch die ein Teil des Gasdrucks entweicht. Bei Schnellfeuerpistolen wie der Walter OSP sitzen sie kurz vor der Mündung. Sie reduzieren das unvermeidliche Hochschlagen auf ein Minimum und ermöglichen so eine schnelle Zielerfassung.
  Entlastungsrillen Längsrillen im Patronenlager von Selbstladewaffen, in die bei der Schussabgabe Pulvergase eindringen. Die Rillen verhindern, dass die Patronenhülse zu stark anlidert; der Auszugswiderstand verringert sich.
  Entspannhebel Vorrichtung zum Entspannen des Schlagstücks, ohne dass der Abzug betätigt werden muss.
  Ergonomie Wissenschaft von der Anpassung der Arbeitsbedingungen an dem Menschen. Ergonomisch arbeitet eine technische Konstruktion, wenn sie den natürlichen Bewegungsablauf des Menschen unterstützt. So gibt es zu Beispiel bei Match-Luftgewehren Spannhebel, die zum Körper hin kraftsparend betätigt werden können als bei umgekehrter Anordnung. Sicherungen bei Pistolen sind meist so angeordnet, dass sie mit dem Daumen der Schießhand bequem und sicher umzuschwenken sind, ohne das sich die Handlage verändert.
  Exerzierpatrone Unscharfe Patronen zu Ausbildungs- und Übungszwecken.
  Expansions-, Expansivgeschoss Projektil, das sich beim Abschuss ausweitet und dadurch in die Züge gepreßt wird.
  Experss-Partonen Um das Pulvervolumen schulterloser Patronen zu vergrößern, streckten Konstrukteure um 1850 die Hülsen handelsüblichen Jagdpatronen um Millimeter- bis Zentimeterlänge. Je nach Ladung bezeichnete man diese leistungsgesteigerte Munition als Nitroexpress-Patronen. Die hauptsächlich für die gedachten Express-Patronen wurden wegen ihrer Hülsen-Länge vorwiegend aus Kipplaufwaffen verschossen. Für die Großwildjagd steigerte man die Wirkung ihrer relativ langsamen Rundkugelgeschosse mit Hohlspitzen oder eingesetzten Metallröhrchen.
F Fallblockverschluss Blockverschluss, der beim Entriegeln nach unten gleitet.
  Faustfeuerwaffe Jede Kurzwaffe, also Postole oder Revolver.
  Federführungsstange Länglicher Dorn, der die daraugesteckte Schließfeder vor Verwindungen schützt.
  Feld, Felder Erhöhungen im gezogenen Lauf.
  Feldmaß Die Entfernung zweier gegenüberliegender Felder.
  Feuergeschwindigkeit Auch Kadenz, theoretische Anzahl der Schüsse, die aus einer Waffe innerhalb eines bestimmten Zeitraums abgegeben werden können, meist beim Selbstladen in Schuss pro Minute (sch/min).
  Feuersteingeschoss siehe Steinschloss
  Feuerwaffen Alle Waffen, bei denen ein Geschoss mittels der bei explosionsartiger Verbrennung des Treibmittels freigesetzten Gase durch einen Lauf getrieben wird.
  Finish Der englische Ausdruck "Finish" (von "to finish"=vollenden, fertig stellen) bezeichnet die gesamte Oberflächenverarbeitung einer Lang- oder Kurzwaffe wie Brünierung, werksmäßigen Schliff und Politur der äußeren Schloss- und Bedienteile sowie den Zustand des Schaftes.
  Fireforming ("Formen durch Feuer") Das ausnutzen des beim Schuss entstehenden Gasdrucks zum Vergrößern oder optimalen Anpassen der Hülse an das Patronenlager; siehe auch "liedern".
  Fischhaut Eingeschlitztes oder geprägtes Muster an Griff oder Schaft.
  Flachkopfgeschoss (FK) Projektil, mit abgeflachter Spitze (engl. Flat Point, FP)
  Flankenverschluss Verschlussform bei Kipplaufwaffen.
  Flechette (Nadelgeschoss) Sondermunition, die anstatt des herkömmlichen Geschosses einen oder mehrere kleine Pfeile enthält. Nach Ansicht von Ballistikern kommen pfeilstabilisierte Körper auf eine höhere Geschwindigkeit als herkömmliche Geschosse. Flechett-Geschosse haben eine gestrecktere Flugbahn und eine höhere Durchschlagskraft. Der im Gegensatz zum Laufinnendurchmesser viel kleinere Pfeil wird mit einem Treibspiegel versehen.
  Fleckschuss Trifft der Mittelpunkt eines Streukreises einer bestimmten Patronen-Laborierung genau mit der verlängerten Visierlinie der beschossenen Waffe bei gestrichen Korn zusammen, schießt sie Fleck. Die gängigste Fleckschussentfernung bei Großkalibergewehren beträgt 100m.
  Flimmern Wird durch die erhitzte Luft über dem Lauf verursacht und läßt die Visierung oder das Zielbild verschwimmen.
  Flinte Langwaffe mit glattem Lauf für den Schrotschuss, früher auch Muskete.
  Flintenlaufgeschoss Schweres Einzelgeschoss für Schrotgewehre; siehe auch "Brenneke"
  Flint Eine blaugraue oder bräunliche Abart des Jaspis. Das harte Quarz-Mineral, auch als Feuerstein bekannt, diente bereits in der Steinzeit als Material für Waffen und Werkzeuge. Ende des 16. Jahrhunderts löste er als trapezförmig zugeschlagener Zündstein den spröden Schwefelkies bei Steinschlossgewehren ab.
  Flobert Louis Nicolas (1819-1894) Büchsenmacher aus Paris, entwickelte das nach ihm benannte leichte Gewehr für die ebenfalls von ihm erfundene Randfeuerpatrone.
  Flugbahn Bewegung, die das Geschoss in horizontaler und vertikaler Richtung zusammengesetzt ausführt. Die Form der Flugbahn ähnelt eine Parabel und hängt von sechs Faktoren ab: Geschossgeschwindigkeit, Luftwiderstand, Erhöhung das Laufes, Erdanziehung, cw-Wert des Geschosses und Drall.
  Flügelsicherung Sicherungssystem
  FN Abk. für Fabrique Nationale dÀrmes de Guerre, belgische Waffenfabrik.
  Freie Pistole Einschüssige KK-Pistole zum sportlichen Scheibenschießen auf 50m.
  Freiflug Strecke, die das Geschoss zurücklegt, nachdem es die Patronenhülse verlassen hat, aber noch nicht in die Züge und Felder des Laufes eingedrungen ist. In dieser Phase pendelt das Geschoss im größeren Übergangskegel hin und her, dringt unter Umständen schräg in die Felder ein und schert sich ungleichmäßig ab. An eine gute Trefferleistung ist dann nicht mehr zu denken. Freiflug ist nicht zu verwechseln mit rotationslosem Geschossweg.
  Freigewehr Schwere Matchbüchse für den Einzelschuss auf bis zu 300m Entfernung.
  Freischwingender Lauf Form der Einschäftung, bei der zwischen Lauf und Vorderschaft ein Spielraum vorhanden ist.
  Full-Choke siehe "Choke"
  Futterlauf In einen ausgeschossenen großkalibrigen Lauf eingelöteter kleinkalibriger Lauf.
G Gallery-Rifle, -Patrone Randfeuer-Kleinkalibergewehr für Schießbuden
  Gasdruck Beim Abbrennen einer Treibladung entstehen Pulvergase, die sich schnell und unter großer Wärmeentwicklung in alle Richtungen ausbreiten. Der sich dadurch im Patronenhülse, -Lager und Lauf aufbauende Druck wird als Gasdruck bezeichnet.
  Gasdruckkurve Darstellung eins Druckverlaufes im Rohr während des Schusses. Ballistiker können daran das Abbrandverhalten jeder beliebigen Pulversorte und jedes Zündhütchens analysieren. Die Fläche unter der Kurve ist das Maß für die Arbeit, die das Pulver auf das Geschoss übertragen kann. Sie wird mit dem Oszilloskophen gemessen. Ein an den Computer angeschlossener Drucker überträgt sie auf Papier. Das Geschoss setzt sich erst dann in Bewegung, wenn der Gasdruck den Ausziehwiederstand der Hülse überwunden hat. Die Verbrennung des Pulvers erfolgt zu diesem Zeitpunkt schneller als der Druckausgleich durch die Vorwärtsbewegung des Geschosses. Das gesamte Pulver ist bereits verbrannt, wenn das Geschoss den Büchsenlauf verlassen hat.
  Gasdrucklader Halb- oder vollautomatische Waffen, bei denen ein Teil der beim Schuss entweichenden Pulvergase über spezielle Laufbohrungen oder Düsen und Gaszylinder an der Mündung wieder nach hinten geleitet wird. Der Gasdruck entriegelt den Verschluss und wirft ihn gegen den Druck der Schließfeder zurück. Bei einigen Waffen dieses Typs lässt sich die Feuergeschwindigkeit über den Gaszylinder regeln; außerdem lassen sich solche Waffen an unterschiedlich starke Patronen-Laborierungen anpassen.
  Gasschlupf Gasverlust, der entsteht, wenn ein Geschoss das System der Züge und Felder nicht voll ausfüllt, so daß Verbrennungsgase durch den Freiraum zwischen innerer Laufwandung und äußerem Geschoßrand entweichen können.
  GEE Abkürzung für "Günstigste Einschuss-Entfernung", in Munitionstabellen oder auf manchen Patronenschachteln angegeben. Sie wird für Jagdpatronen ermittelt: Die Waffe wird auf eine Entfernung von 100 Metern mit vier Zentimeter Hochschuss eingeschossen. Die GEE ist jener Punkt, bei dem das Geschoss die Visierlinie das zweite mal schneidet. Bei üblichen Jagdpatronen liegt die GEE zwischen 150 und 200 Metern.
  Gefahrenbereich Unter Gefahrenbereich versteht man den Bereich vom Schützen bis zur höchstmöglichen Schußweite des Einzelgeschosses bzw. der Schrote. Diese Gesamtschußweite hängt von einer Reihe von Faktoren ab, insbesondere von der Art und Ladung der Patrone, dem Gewicht und der Form des Geschosses, der Lauflänge der Waffe. Die tatsächliche Schußweite hängt darüber hinaus im wesentlichen vom Abgamgswinkel des Geschosses ab. Die größten Schußweiten werden erreicht bei einem Abgangswinkel von etwa 25°-35°. Die allermeisten Geschosse erreichen tatsächlich nur einen Bruchteil der Maximalschußweite. Zur Vermeidung von Unfällen muss jedoch der Gafahrenbereich ststs nach der Maximalschußweite festgelegt werden.
  Gelenkabzug Bei Gewehren mit zwei Abzügen wie beispielsweise Bockdoppelflinten kommt es vor, dass der Rückstoß beim zweiten Schuss den vorderen Abzug an den Abzugsfinger schlägt. Um dies zu verhindern, wird der vordere Abzug mit einem Gelenk ausgestattet, so dass er nach vorne ausweichen kann.
  Gelenkschaft Verstellbarer Schaft zur optimalen Anpassung der Schaftlage.
  Geradezugverschluss Kammerverschluss bei Repetierern, der sich ohne Drehung geradlinig zurückbewegt.
  Geschoss Bild Auch Projektil: feste Körper oder gasförmige, flüssige oder feste Stoffe in einer Umhüllung, die zum Verschuss aus Schusswaffen bestimmt sind.
  Geschossablenkung Einzelgeschosse und Schrote können bei schrägem Auftreffen auf Hindernisse, z. B. Steine, Wände, Stahlkonstrucktionen, gefrorenen Boden usw., aber auch beim sehr schrägen Auftreffen auf Wasserflächen, aus ihrer ursprünglichen Flugrichtung abgelenkt werden u. U. ein Ziel treffen, das vom Standort des Schützen überhaupt nicht zu sehen war.
  Geschossimpuls Man unterscheidet zwischen dem Waffenrückstoß, der sich aus dem Geschossimpuls und dem Schwadenimpuls zusammensetzt, und der Auftreffenergie, die das Geschoss an das Ziel abgibt. Der Geschossimpuls ergibt sich aus Geschossmasse und Mündungs- bzw. Zielgeschwindigkeit. Kennt man den Wert für den Geschossimpuls, lässt sich auch der Waffenrückstoß berechnen: Geschossmasse (Mg) mal Geschossgeschwindigkeit (Vo) geteilt durch Waffenmasse (Mw) ist gleich Geschwindigkeit die die Waffe beim Rückstoß erhält. Beispiel: Der Revolver Century M 100 wiegt 2630 Gramm, die Patrone Kaliber .45-70 hat das Geschossgewicht von 19,2 Gramm, die Vo ist 238 Meter/Sekunde. Also: 19,2x238:1,73m/s. Der Rückstoß bewegt den M 100 mit einer Geschwindigkeit von 1,73 m/s zurück.
  Geschossraum 1) Vorderer Teil des Patronenlagers;
 
2) Vorderer Teil des Hülseninneren, in dem das Geschoss eingesetzt wird.
  Geschosssetzer Auch Kugelsetzer. Gerät zum Einsetzen von Geschossen in Hülsen.
  Gesteck Komplette Zielfernrohrmontage
  Gezogener Lauf Auch Kugel- oder Büchsenlauf, mit Zügen und Feldern versehen.
  Gestrichen Korn Schließt die Oberkante des Korns genau mit der Oberkante des Kimmenblattes ab, zielt der Schütze mit gestrichen Korn. Liegt die Kornoberkante unter der oberen Visirkante, schießt man mit Feinkorn tief; ragt sie darüber, liegen die Treffer bei Grob- oder Hochkorn über dem Zielpunkt.
  Gilding Zinn-/Kupfergeschossmantel mit fünf- bis zehnprozentigem Zinnanteil.
  GK Abk. für Großkaliber
  Glatter Lauf Flinten- oder Schrotlauf ohne Züge und Felder.
  Gold Fachbegriff aus dem Bogensport. Wegen seiner gelben Farbe bezeichnet man der inneren Trefferbereich der "Neun" und der "Zehn" einer Bogenscheibe als "Gold". Er misst 120mm im Durchmesser.
  Grain Kleinstes Englisches Gewicht, entspricht 0,0648 Gramm, Mehrzahl Grains  Weitere Umrechnugen
  Greener Verriegelungsform, die der englische Büchsenmacher William Greener erfand. Sie wird nur bei Kipplaufwaffen verwendet. Ein Bolzen greift beim Schließen der Waffe in eine Bohrung an der Laufschiene und blockiert sie im Verschlussgehäuse. Diese Verriegelung verhindert das abkippen der Läufe, eignet sich jedoch nur als Ergänzung und kann, außer bei Waffen mit niedrigem Gasdruck verwendet werden.
  Griffsicherung Automatisch wirkende Sicherungsleiste am Griffstück, die zum Schießen gedrückt werden muß.
  Griffspanner Vorrichtung am Griffstück, die beim Umfassen das Schloss spannt
H Hahn Bild Hammer oder Schlagstück
  Hahnlose Waffen Waffen mit innenliegenden Schlagstücken
  Hahnspanner-System siehe Single Action
  Halbautomatische Waffen Selbstlader, bei denen zu jeder Schussabgabe der Abzug einmal betätigt werden muß.
  Halfchoke siehe Choke, Halbchoke
  Hammerhead-Gesch oss Speziell zur Elchjagd entwickeltes Deformationsgeschoss.
  Handfeuerwaffe Im waffentechnischen Sprachgebrauch bezeichnet man als Handfeuerwaffe -im Gegensatz zu Geschützen- diejenigen Feuerwaffen, die von einem Mann getragen und unter bloßer Benutzung der Hände abgefeuert werden können.
  Handrepetierer Mehrlader, bei denen der Repetiervorgang, das Nachladen, noch manuell durchgeführt werden muß.
  Handspanner Kipplaufgewehre und Schlosse, die von Hand gespannt werden.
  Handstop Wulstartige Handstütze am Vorderschaft bei Matchgewehren.
  Handstütze Pilzartige Vorderschaftverlängerung zum Abstützen der angeschlagenen Waffe im Stehendanschlag.
  Haubert Knielange Schutzbekleidung mit dreiviertellangen Ärmeln, wie sie Ritter im 11. Und 12. Jahrhundert trugen. Der Haubert bestand aus kleinen, ineinandergreifenden Eisenringen oder auf Leder genähten, einander überlappenden Eisenschuppen. Bis zum 13. Jahrhundert verkürzte sich der Haubert über das Knie; Kapuze und Langärmel mit angearbeiteten Fäustlingen verbesserten den Körperschutz.
  Hinterlader Jede Waffe mit hinten offenem Rohr zum Einführen der Munition.
  HK Abk. Heckler und Koch, deutsche Waffenfirma.
  Hochgeschwindigkeit sgeschoss- patrone Leistungsstarke Patrone, deren Projektil eine wesentlich gesteigerte Fluggeschwindigkeit erreicht.
  Hohlspitzgeschoss Aushöhlung der Projektilspitze, um ein Aufpilzen zu erreichen, englisch "hollow point (HP).
  Hülse    Bild 1) Teil der Patrone;
 
2) Bei Kammerverschlüssen: Führungsteil für das Schloss
  Hülsenkopf Bei Repetierbüchsen mit Kammerverschluss führt die sogenannte Hülse das Schloss. Im vorderen Teil, dem Hülsenkopf, befinden sich Aussparungen, in denen die Verriegelungswarzen verriegeln. Im Hülsenkopf wird der Lauf über ein Gewinde mit dem System verschraubt.
  HV High Velocity, Hochgeschwindigkeit, Zusatzbezeichnung für Patronen
I IMI Abk. Israel Military Industries, staatliche Waffenfabrik
  in. Abk. für Inch= Zoll= 25,4 mm.
  Inspektorenmarke Abnahmekennzeichnung bei Militärwaffen
J Jacket engl. für Geschossmantel
  Jet-Funnel Vom Englischen "funnel" für Trichter: Oft separat angesetzter, erweiteter Eingang des Magazinschachts bei getunten Waffen, der beim Magazinwechsel ein besonders schnelles Einführen des neuen Magazins erlaubt.
  Justieren 1) Prüfung und Korrektur einer Waffe;
 
2) Einstellung der mechanischen oder optischen Visierung
K Kadenz siehe Feuergeschwindigkeit
  Kalaschnikow Michael T. (geb. 1919) -russischer Waffenkonstrukteur, Erfinder des nach ihm benannten Sturmgewehrs.
  Kaliber Bezeichnung für den Lauf- oder Geschossdurchmesser. Bei Büchsen, Revolvern und Pistolen unterscheidet man Feld- und Zugdurchmesser sowie Geschossdurchmesser. Bei Flintenläufen bezeichnet das Kaliber die Anzahl gleichgroßer Kugeln vom Laufdurchmesser, die zusammen ein englisches Pfund (453,6g) ergeben.  Siehe auch Patronengeschichte und Umrechnungen
  Kalibrieren auch rekalibrieren. Beim Wiederladen das Pressen der abgeschossenen Hülse in die ursprüngliche Form.
  Kammer 1) Trommelbohrung zur Aufnahme einer Patrone;
 
2) Verschlusskasten.
  Kammerverschluss Gebräuchlichste Verschlussart bei einläufigen Gewehren mit feststehendem Lauf. Dieser ist in der Kammerhülse eingeschraubt, in der sich die Kammer bewegt. Sie enthält die Schlossteile und verriegelt den Lauf über die manuelle Betätigung des Kammergriffs.
  Kapsel Zündhütchen
  Karabiner Kurzes, meist militärisch genutztes Gewehr, ursprünglich Reiterwaffe.
  Kartuschenmunition Hülsen mit Ladungen, die kein Geschoß enthalten. Hülse und Geschoß werden getrennt in eine Waffe geladen.
  Kastenmagazin Früher auch als Mittelschaft-Magazin bezeichnet. Unter dem Zylinderverschluss von Repetierbüchsen festinstallierter Kasten, der mehrere Patronen aufnehmen kann, die durch eine Zubringerfeder nach oben gedrückt und von Zylinderschloss in den Lauf geschoben werden.
  Kegelspitzgeschoss (KS) Kegelförmiges, spitz zulaufendes Projektil.
  Kegelstumpf- geschoss (KSt) Kegelförmiges Projektil mit abgeflachtem Kopf.
  Kennzeichnung von Waffen und Munition In Deutschland müssen Waffen mit Herstellername, Seriennummer, Kaliberangabe und Beschusszeichen gekennzeichnet sein. Bei Munition müssen auf der Hülse Herstellerkennzeichen und handelsübliche Bezeichnung vorhanden sein.
  Kern Geschosskern, meistens aus Blei.
  Kettenglied Bild Beweglicher Ring an der Laufunterseite von Selbstladepistolen des Typs Colt M 1911, der die Ver- und Entriegelung des Rohrs steuert.
  Kimme    Bild Hinterer Teil der Visirung.
  Kipplaufwaffe Waffen, die durch Abklappen des Laufes nachgeladen, teilweise auch gespannt werden.
  KK Abk. für Kleinkaliber (.22).
  Klicker Kleine Blattfeder aus Metall an der Pfeilauflage eines Sportbogens. Sie liegt am Pfeilschaft an. Das typische "Klick" ertönt, wenn der Pfeil voll ausgezogen ist.
  Kniegelengverschluss Aufklappendes Verschlusssystem wie bei der bekannten Parabellum-Pistole von Georg Luger (08).
  Knochenöl Man gewinnt es aus dem Mark von Tierknochen. Knochenöl bleibt noch unterhalb des Gefrierpunktes flüssig. Das sehr dünne, feine Öl eignet sich besonders gut zum Schmieren von Verschlussteilen; seine Reinigungs- und Rostschutzeigenschaften sind dagegen begrenzt.
  Kohlendioxid In der Umgangssprache nicht ganz korrekt auch als Kohlensäure bezeichnetes Gas, das bei allen Verbrennungsvorgängen sowie durch Atmung entsteht. Bei Zimmertemperatur bleibt Kohlendioxid (CO 2), eine Verbindung aus Kohlenstoff (C) und Sauerstoff (O), gasförmig. Unter Druck (etwa 60 bar) in Stahlbehälter wie Waffenkartuschen abgefüllt, verflüssigt sich ein Teil das Gases. Der gasförmige Rest wird Schuss für Schuss abgezapft und dient als Treibmittel für die Geschosse. Oberhalb der sogenannten kritischen Temperatur von 31 Grad Celsius lässt sich kein CO 2 mehr verflüssigen: Der Treibdruck fällt ab. Dieser Punkt wird bei modernen CO 2-Waffen dann erreicht, wenn sich noch etwa 15 Gramm Kohlendioxid in der Kartusche befinden.
  Kokille Form zum Gießen von Geschossen.
  Kolben 1) Hinterer Teil des Gewehrschaftes;
 
2) Luftkomprimierender Teil bei Luftgewehren;
 
3) Büchsenmacherwerkzeug
  Kombinationswaffen, kombinierte Waffen 1) Jagdwaffen mit Kugel- und Schrotläufen;
 
2) Meist antike, mit Schußwaffen verbundene Hieb- und Stichwaffen.
  Kompensator Vom Englischen to compensate = ausgleichen. Der Begriff steht für alle Arten von Mündungsbremsen und Hochschlagminderer, die vor der Mündung von Geschützen und Handfeuerwaffen angebracht werden, um den Rückstoß zu dampfen. Eine Rückstoßminderung lässt sich auch durch sogenannte Mag-Na-Porting erzielen.
  Kompressions- Geschoss Geschossart für Vorderlader, 1852 von dem österreichischen Offizier Josef Lorenz (1814-1879) erfunden. Das Kompressions- oder Lorenzgeschoss besitzt keine Bodenhöhlung und auch kein Näpfchen wie das Expansions- oder Miniè-Geschoss, sondern mehrere tief eingeschnittene, ringförmige Kerbrillen. Der beim Schuss entstehende Gasdruck presst (=komprimiert) den Bleikörper erst in den Rillen zusammen, bevor er das Geschoss bewegt, und vergrößert dadurch den Geschossdurchmesser: Das Geschoss staucht sich ins Laufprofil. Die Kompression bewirkt eine einwandfreie Geschossführung.
  Koppelschuh Lederschlaufe, mit der der Soldat das Bajonett am Koppel oder am Gürtel befestigt.
  Korn   Bild Vorderer Teil der Visierung, teilweise durch Korntunnel geschützt. Verschiedene Formen (z. B. Perlkorn, Balkenkorn, Dachkorn, Ringkorn, Lochkorn)
  Kornsattel Sockelartiger Aufbau am vorderen Laufende, der Korn und Korntunnel aufnimmt. Besonders Waffen mit sich zur Mündung verjüngenden Läufen benötigen einen Kornsattel, um das Korn über den angestrebten Fleckschuss höher zu legen.
  Korntreiber Büchsenmacher-Werkzeug zu Korrektur von Visierkornen, die sich über eine Schwalbenschwanz- oder andere Schiene seitlich verstellen lassen. Der Korntreiber wird dabei über den beweglichen Kornsattel gesteckt, und das Korn über zwei Seitenschrauben nach rechts oder links gedreht.
  Korntunnel Röhrenartige Vorrichtung, die das Korn sowohl vor mechanischer Beschädigung als auch vor Blendlicht schützt. Sportgewehre besitzen die längsten Korntunnel, um besonders grellem und ungünstigen Lichteinfall vorzubeugen. Militärs und Jäger nennen ihn Kornschutz.
  Kugel Ursprüngliche Bezeichnung für Projektil.
  Kugellauf Büchsenlauf
  Kugelsetzer Abklappbare Hebelpresse an Perkussionsrevolvern zum Einsetzen der überkalibrigen Geschosse in die Trommel.
  Kurzpatrone Leistungsstarke Patrone mit geringer Hülsenlänge, besonders für automatische Militärwaffen entwickelt.
  Kurz- oder Langwaffe In der Praxis werden Waffen deren Gesamtlänge unter 60 cm liegt als Kurzwaffen bezeichnet. Im Gegenzug werden Waffen mit mehr als 60 cm Länge als Langwaffen bezeichnet. Dadurch steht der Begriff Kurzwaffe häufig für Faustfeuerwaffen und der Begriff Langwaffe für Gewehre. Zwar decken sich diese Begriffe nicht in jedem Fall vollständig, doch sind sie in der Praxis durchaus brauchbar.
  KWKG Kriegswaffenkontrollgesetz
L Laborierung Ladung einer Patrone
  Ladepresse Erstens ein Wiederlade-Gerät, mit dem leere Patronenhülsen hergerichtet und erneut mit Pulver geladen werden. Zweitens eine Kombination aus Hebel und Kugelsetzer, die bei Vorderlader-Revolvern den Ladestock ersetzt. Bei den meisten Waffen dieser Art liegt die ausschwenkbare Ladepresse unter dem Lauf. Über ein Gelenk wird eine Hebelwirkung erzielt, wobei der Kugelsetzer das aufgesetzte Geschoss in die Trommelkammer drückt.
  Ladestreifen Dient zum schnellen laden der Magazine von Repetierbüchsen und militärischen Selbstlade-Pistolen. Der Ladestreifen wird bei geöffneten Verschluss von oben in eine Ausfräsung der Verschlusshülse gesteckt, die Patronen werden mit dem Daumen der rechten Hand in den Magazinschacht gedrückt.
  Lafette Teil eines Geschützes, auf das das Rohr montiert ist. Auch Handwaffen können lafettiert werden.
  Langwaffe Schußwaffe über 60 cm Länge.
  Lauf Auch Rohr. Kugelläufe sind gezogen (Züge und Felder), Schrotläufe glatt.
  Laufaufbauchung Schadensfall, sichtbare Auftreibung des Laufes nach dem Schuss.
  Laufhaken Am unteren Ende des Rihres sitzender Haken, der in die Basküle greift.
  Laufseele Das ist der Mittelpunkt des Laufquerschnittes.
  Laufwarzen-Verriegel ung Verriegelungsart bei Rückstoßladern, die auf Patente von John Moses Browning zurückgehen: Bei geschlossenem Verschluss greifen zwei meist unmittelbar vor dem Patronenlager sitzende Riegelkämme des Laufes in entsprechende Aussparungen des Schlittens. Die Verbindung löst sich erst, nachdem die Kugel den Lauf verlassen hat, und der Rückstoß Lauf und Schlitten einige Millimeter zurückwirft. Die bekanntesten Pistolen mit Laufwarzen-Verriegelung sind Colt Modell 1911 sowie die FN-High Power.
  Lee James Parris -Erfinder eines Kastenmagazins, das als Teil des britischen Standardgewehrs Lee-Einfield den Buren- und zwei Weltkriege überdauerte.
  Lee-Mequon-Schiess gerät Auch als Lee-Pistol-Machine-Rest bezeichnetes Gerät zum Einschießen von Faustfeuerwaffen. Ein nach Seite und Höhe verstellbarer Trägerarm ruht auf einer eisernen Grundplatte, die auf den Anschußtisch geschraubt wird. Bei Pistolen wird einfach das Magazin entfernt, und die Waffe statt dessen auf einen Leichtmetalladapter gesteckt. Für Revolver gibt es spezielle Klemmbacken.
  Lentner Lederwams mit innen eingefügten Eisenplättchen, das bis zu den Oberschenkeln reichte. Im 14. Jahrhundert gehörte der Lentner zur Schutzbekleidung eines Ritters.
  Lefaucheux Casimir (gest. 1852)
 
1) Erfinder des Kipplaufverschlusses mit T-Verriegelung und der nach ihm benannten Stiftfeuerzündung;
 
2) Eugéne (Sohn Casimirs). Erfinder des gleichnamigen Revolvers.
  Legierungsgeschoss Mit einer Legierung versehenes Bleiprojektil.
  Leuchtpistole Signalpistole
  Leuchtspur-Patrone Sondermunition bei der sich im ausgehöhlten Geschossboden ein schwefelhaltiger Leuchtsatz befindet. Beim Schuss entzündet sich diese Mischung, so dass der Schütze die Flugbahn des Geschosses optisch verfolgen kann. Der Leuchtsatz brennt meist mit einer roten oder grünen Flamme und ist Tags und Nachts gut zu erkennen. Maschinengewehrschützen ermöglicht die Leuchtspurmunition, die Waffe während des Dauerfeuers nachzurichten. Beim Wurfscheibenschießen lassen Schrotpatronen mit Leuchtsatz Zielfehler erkennen. Der Schütze sieh, ob sich das Zentrum der Garbe vor oder hinter dem Wurfziel befindet. Im Zentrum der untersten Schrotschicht befindet sich eine mit dem Leuchtsatz geladene Kapsel, die beim Schuss durch einen Knall im Schrotbecher gezündet wird. Die leuchtende Kapsel zeigt aber nur bis zu mittleren Schrotschuss-Entfernungen das Zentrum der Garbe an. Durch den größeren Luftwiderstand der Kapsel ist bei weiteren Entfernungen die genaue Lagen der Garbe nicht mehr festzustellen.
  Leuchtvisier Nachtleuchtende Zieleinrichtung für das Zielen bei schlechtem Licht.
  Lever action Amerikanische Verschlußkonstruklion, die über einem als Unterhebel ausgeformten Abzugsbügel repetiert.
  LfB Deutsch Abk. "Lang für Büchsen"(z. B. .22 LfB), engl. "long rifle".
  Libelle Wasserwaagenähnliche Zielhilfe soll das Verkanten der Waffe vermeiden.
  Liderung Der beim Abrennen des Pulvers entstehende Gasdruck wirkt nach allen Seiten. Das Hülsenmaterial wird deshalb so dehnbar, dass es sich an die Patronenlagerwand anpressen kann, oder anders gesagt: lidert. Die Verbrennungsgase können nicht mehr nach hinten entweichen, der Verschluss wird durch die Liderung gasdicht. Die dadurch auftretenden Veränderungen an der Hülse, beispielsweise Abdrücke von Entlastungsrillen, nennt man Liderspuren.
  Lr. engl. Abk. für long rifle. Zusatzbezeichnung bei 22er KK-Patronen.
  Lochgeschoss, Lochspitzgeschoss Hohlspitzgeschoss
  Lochkorn Weiterentwicklung des Ringkorns aus durchsichtigem Kunststoff. Hier entsteht der Zielring durch die Lichtbrechung am Rand einer konischen Bohrung in der Mitte einer Plastikscheibe. Das Klarsicht-Lochkorn hat gegenüber den Metallringkorn den Vorteil, dass keine Trägerstäbe zum Korntunnel hin das Zielbild stören: Der Zielring scheint im Korntunnel zu schweben. Manche Schützen nutzen die Trägerstäbe beim Ringkorn, um die Verkantung der Waffe zu kontrollieren. Nachteil des Lochkorns: Es kann Lichtbrechungen am Bohrungsrand geben.
  Luger Georg (1849-1923) -deutscher Waffenkonstrukteur, entwickelte u. a. die Parabellum-Pistole 08. Heute wird die 9x19 mm Parabellum-Patrone als 9mm Luger bezeichnet.
  Luntengeschoss Mechanische Zündvorrichtung, bei der eine im Hahn eingeklemmte glimmende Lunte beim Abziehen in die Pulverpfanne gedrückt wird.
M Magazin Jede Mehrladevorrichtung, teilweise herausnehmbar (Einsteckmagazin) oder integriert bzw. angebaut (Kasten-, Röhrenmagazin), in der sich die Patrone befinden. Die Revolvertrommel dient zugleich als Magazin und Patronenlager.
  Magazindeckel Abdeckung von Kastenmagazinen im Mittelschaft.
  Magazinfeder Drückt die Patronen aus dem Magazin in den Verschlußraum.
  Magazinhalterknopf Hält das Einsteckmagazin im Magazinschacht. Wird der Magazinhalteknopf gedrückt, kann es entnommen werden.
  Magazinsicherung Waffenteil im Griffstück einer Faustfeuerwaffe, das die Schussabgabe verhindert, sobald das Magazin ganz oder teilweise aus dem Magazinschacht gezogen wird. Eine kleine Feder drückt dabei einen am Griffrahmen befestigten Schicherungsschieber nach vorn und wirkt - je nach Waffentyp - entweder auf die Abzugsstange, den Hahn oder andere Schlossteile und verhindert, dass sich bei herausgenommenem Magazin ein Schuss ungewollt löst. Nachteil einer Magazinsicherung: Wenn das Magazin verloren geht, kann die Waffe nicht einmal mehr als Einzellader benutzt werden.
  Mag-Na-Porting Bei Handwaffen vor der Mündung angebrachte, trapezförmige Längsschlitze, durch die ein Teil der Pulvergase abgeleitet wird, bevor das Geschoss den Lauf verlässt. Dadurch soll sich der Rückstoß bis zu 50% reduzieren. Bei Kurzwaffen ab Kaliber .38 Special aufwärts werden die Mündungsschlitze parallel zur Laufachse angebracht, bei Langwaffen schräg dazu. Entwickelt wurde Mag-Na-Port 1974 von der gleichnamigen Firma in den USA.
  Magnum Zusätzliche Kaliberangabe, bezeichnet stärkere Ladungen.
  Major-Kaliber Beim Praktischen schießen werden Faustfeuerwaffen einer Kaliberklasse in unterschiedliche, durch Grenzwerte definierte Kalibergruppen unterteilt (125 für Minor und 175 für Major). Diese werden wie folgt berechnet: Man multipliziert das Geschossgewicht (angegeben in grains) mit der Mündungsgeschwindigkeit (angegeben in feet per second) und teilt das Ergebnis durch 1000. Grund: Beim Praktischen Schießen werden die Ergebnisse in der Regel nach Treffern (malgenommen mit einem bestimmten Faktor) geteilt durch die Ablaufzeit des Schützen errechnet. Ein kleiner Faktor bedeutet geringeren Rückstoß der Waffe, also eine schnellere Schussfolge, die logischerweise wiederum eine schnellere Ablaufzeit ergibt. Ohne diese rechnerische Berücksichtigung verschiedener Kalibergruppen wäre von zwei Schützen derjenige benachteiligt, der stärkere Patronenladungen verschießt.
  Makarow Nikolaj (1914-1988) -russischer Waffenkonstrukteur. Zusatzbezeichnung der für seine Selbstladepistole entwickelten Patrone 9x18 mm.
  Mantelgeschoss Projektile mit Bleikern und Umhüllung (Mantel) aus Tombak, Unterscheidung in Teilmantel und Vollmantel.
  Mantelstecker Schadensfall, bei dem Teile des Geschoßmantels im Lauf stecken.
  Mark engl. Bezeichnung für Modell oder Muster.
  Marken 1) Fabrikeichen des Herstellers;
 
2) Markieren, z. B. an Zielfernrohren und Visieren zu optimalen Einstellung;
 
3) Gütesiegel.
  Maschinengewehr (MG) Vollautomatische Militärwaffe. Unterscheidungen in leichte, schwere und überschwere MG´s nach Kaliber und Lafettenart, verschießt Gewehrmunition.
  Maschinenkarabiner (Mkb) Auch Sturmgewehr (Stgw), Waffe für Einzel- und Dauerfeuer, verschießt Kurzpatronen.
  Masseverschluss Auch Federverschluss. Das Verschlußstück ist nicht starr mit dem Lauf verriegelt, sondern wird durch Federkraft gegen das hintere Laufende gepreßt.
  Matchwaffe Waffe zum sportlichen Scheibenschießen von hoher Präzision.
  Matrize Spezialwerkzeug, Hohlzylinder zum Herstellen oder Wiederladen von Patronen und Geschossen.
  Mauser Gebrüder -deutsche Waffenkonstrukteure, entwickelten u. a. das Repetiersystem und Gewehr 98, Waffenfabrik in Oberndorf/Neckar.
  Mehrlader Alle Waffen, bei denen aus dem gleichen Lauf mehrere Schüsse hintereinander abgefeuert werden können.
  Mehrladewaffen Mehrladewaffen sind einläufige (in sehr seltenen Fällen mehrläufige) Schußwaffen mit einer Mehrladeeinrichtung, also mit einem Magazin oder einer Trommel, bei denen jedoch das Schußfertigmachen für den nächsten Schuß nicht (wie bei Automatischen Waffen) durch Rückstoßenergie oder Gasdruck oder (wie bei den Double Action-Revolvern) durch ausschließiche Betätigung des Abzuges erfolgt, sondern durch das Repetieren oder bei Single Action-Revolvern durch das Spannen des Hahns.
  Messing Die meisten Legierungen für Patronenhülsen bestehen aus Messing. Es setzt sich prinzipiell aus den gleichen Bestandteilen wie Bronze zusammen, normalerweise mit einem geringen Kupfer- und höheren Zinkanteil. Eine gängige Hülsenlegierung etwa besteht zu 65% aus Kupfer und zu 35% aus Zink. Wie Bronze gehört Messing zu den beliebtesten Materialien für Messergriffe, Blankwaffengefäße oder für Schusswaffenteile wie Verschlusskästen.
  Mikrometervisier Nach Seite und Höhe verstellbare, offene Zieleinrichtung.
  Miniè Nach einem frz. Offizier benannte Hohlboden-Geschoßart für Vorderlader.
  Miquelet SpanischeForm des Schnapphahn-Schlosses.
  Mitrailleuse Französisches Schnellfeuergeschütz von 1866, Vorläufer des MG`s.
  Modified Vom Englischen to modify = verändern. Bei Flintenläufen ist damit die Mündungsverengung gemeint, die die Streuung der Schrotgabe verringern soll. Dabei steht "modified" für eine Mündungsverengung von 0,38 bis 0,5 Millimetern. Am häufigsten liegt die Modified-Bohrung bei 0,45 Millimetern. Eine andere Bezeichnung für "modified" lautet "half-choke".
  Monoblock Brillenstück mit Laufhaken, in dem das Laufpaar einer Doppelflinte sitzt.
  Montage Halterung der Zieloptik
  Mouche Ursprünglich wurde der absolute Mittelpunkt von UIT-Wettkampfscheiben mit einem kleinen "x" gekennzeichnet. Schossen zwei Schützen dieselbe Ringzahl, entschied die Zahl der Treffer auf dem "x". Da diese Markierung auf große Entfernung einer Fliege gleicht, setzte sich der französische Begriff "Mouche" (Fliege) durch. Heute gilt Mouche als der absolute Mittelpunkt von Wettkampfscheiben.
  Mündung Vorderes Rohrende
  Mündungsbremse Auch Compensator, Kompensator oder Rückstoßbremse. Aufsatz am Rohrende, reduziert Rückstoß durch Gasableitung nach oben.
  Mündungsfeuer Brennende Pulvergase beim Schuss vor der Mündung.
  Mündungs- feuerdämpfer Reduziert das Mündungsfeuer durch seitliche Ableitung.
  Mündungs- geschwindigkeit Siehe Anfangsgeschwindigkeit
  Mündungsring Ringförmiger Teil der Parierstange die Bajonetten, der den Gewehrlauf an der Mündung aufnimmt. Diese Bezeichnung trifft nur auf Seitengewehre mit Griffangel zu, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Tüllenbajonette ablösten, bei denen der Befestigungsring als Tülle oder Dille bezeichnet wird.
  Mündungsschoner Kappe zum Abdecken als Schutz der Laufmündung.
  Munition Die Ladung für die Waffe: Geschoss, Hülse mit und ohne Zünder. Deutsches Waffenrecht unterscheidet unterscheidet Patronenmunition, Kartuschenmunition und Pyrotechnische Munition ohne scharfes Geschoss.
  Muskete (frz.: le mousquet) -ursprünglich jedes glattrohrige Luntenschloßgewehr, später Synonym für die Steinschloßflinte der Infanterie.
  Musketon Artillerie- oder Reiterkarabiner
N Nachbrenner Schuss, der nicht unmittelbar beim Abfeuern, sondern verzögert zündet.
  Nachtvisier siehe Leuchtvisier
  Nadelgeschoss auch Flechette-Geschoss. Pfeilförmiges Geschoss, oder ganze Bündel davon als Ladung.
  Nadelstecher Form eines Stechers
  Nitrieren Anreichern von Zellulose und Fetten mit Stickstoff ("Nitrogenium" = Stickstoff). Durch eine Behandlung mit Nitriersäure, einer Mischung aus Salpeter- und Schwefelsäure, gewinnt man die Grundstoffe des Nitropulvers. Unter Nitrieren versteht man aber auch das Aushärten von Laufprofilen.
  Nitroglycerin-Pulver Zweibasiges Treibmittel, das entsteht, wenn man Nitrozellulose und flüssiges Nitroglycerin zu einer gallertartigen Masse verarbeitet (sogenannte Gelatinierung). Der Nitroglyceringehalt beträgt zwischen 20 und 50% und bestimmt Energie und Verbrennungstemperatur der Treibmittels.
  Nitrozellulose Um 1840 entdeckte der Württemberger Christian Friedrich Schönbein die Schießbaumwolle als Grundlage der rauchlosen Treibladungspulver. Diese hochnitrierte Zellulose gewann er aus organischen Stoffen, Salpeter- und Schwefelsäure. Sie verbrannte wesentlich rauchärmer als Schwarzpulver und hinterließ kaum Rückstände.
  Nuss Beweglicher Teil der Abzugsvorrichtung bei Armbrüsten und verschiedenen Hahnschlössern. Die Nuss der Armbrust bestand meist aus einer mehrere Zentimeter breiten beinernen Scheibe mit Einkerbungen für die Sehne und die Abzugsstange. Eine weitere senkrecht dazu verlaufende Rille nahm das Bolzenende auf. Die Nuss besaß eine mittlere axiale Bohrung, mit der sie im den Schaft der Armbrust eingebunden wurde.
  Nutation Durch die aus der Mündung ausgestoßenen heißen Gase verursachtes Pendeln des Geschosses.
O Oberhebel (engl. "top lever") Verschlußhebel oben auf der Waffe.
  Ölschuss Erster, aus einem nicht entölten Lauf abgeschossener Schuss.
  Offene Visierung Zieleinrichtung aus Kimme und Korn, Gegensatz zu "optischen Visierung" oder Diopter-Visier.
  Ogivalgeschoss (von ogive: franz. "Spitzbogen") Spitzbogenförmiges Profil
  Optische Visierung Zielfernrohre oder Leuchtpunkt-Visier.
  Ordonanzwaffen Offiziell bei Streitkräften eingeführte, standardisierte Waffen.
  Orgelgeschütz Kanonenart mit bündel- oder schichtweise angeordneten Rohren die gleichzeitig oder aufeinanderfolgend abgefeuert werden können.
P Paariger Schockreflex Ein Begriff aus der Jagd: Der Reflex entsteht, wenn Hochgeschwindigkeitsgeschosse in den Wildkörper einschlagen und mit hoher Geschwindigkeit wieder austreten (Durchschuss). Durch die beidseitige Einwirkung auf die Nerven tritt ein Schock ein, der über das Rückenmark und die Gehirnzentren im Tierkörper eine Lähmung hervorruft. Das Wild verendet schneller und kann nicht mehr so weit vom Anschussort flüchten. Deshalb werden die meisten Jagdbüchsen-Patronen so konstruiert, dass sie einen Ausschuss hervorrufen.
  Para Kurzform für Parabellum
  Parallaxe Scheinbare Verschiebung des Absehens bei einem Zielfernrohr gegenüber dem Zielbild. Dazu kommt es, wenn der Schütze nicht gerade durch das Zielfernrohr blickt oder das Absehen sich nicht genau in der Zwischenbildebene befindet. In der Regel sind Zielfernrohre auf 100 Meter Distanz parallaxefrei eingestellt. Bei Entfernungen von 50 bis 150 Metern liegt die Parallaxe meist unter 10 mm und kann so vernachlässigt werden.
  Parabellum Zusätzliche Kaliberangabe
  Patronenmunition Hülsen mit Ladungen, die das Geschoß enthalten. Moderne Patronen bestehen aus Geschoss, Hülse, Pulverladung und Zündhütchen. Patronen unterscheidet man nach Kaliber, Geschoss und Art der Zündung.
  Patronenauswerfer siehe Auswerfer
  Patronenlager   Bild Hinterer Teil der Laufbohrung, Lager für die Patrone beim Abschuss.
  Pattern engl. Bezeichnung für Muster, Modellreihe oder Probestück.
  Perkussionszündung Zündungsart, bei der der Hahn auf ein auf dem Piston gelagertes Zündhütchen oder Kapsel schlägt, das die Pulverladung entzündet.
  Pflasterbüchsen Im 16. Jahrhundert aufkommende Bezeichnung für Gewehre mit gezogenen Läufen deren leicht unterkalibrierten Geschosse ein dünnes, gefettetes Stoff- oder Lederläppchen umgab. Dieses nachgiebige Pflaster erleichterte das einpressen der Kugel in die Züge des Laufes und übertrug den Drall an das Geschoss.
  Platzpatronen Sofern es reine Knallpatronen sind, enthalten sie kein Geschoß und gehören damit zur Kartuschenmunition. Sofern Platzpatronen als Abschluß nach vorn einen festen Körper (z. B. geschoßförmigen Holzpfropfen) enthalten, der beim Abschuß durch den Lauf getrieben wird, zählen sie zur Patronenmunition.
  Pistole   Bild Ein- oder mehrschüssige Kurzwaffe, bei der Lauf und Patronenlager eine Einheit bilden, im Gegensatz zum Revolver.
  Piston Zündhütchenträger bei Perkussionswaffen mit Bohrung zur Pulverkammer.
  Polychoke Auf Flintenmündung auzgesetzte Vorrichtung zur Regulierung von Schrotgaben.
  Polygonlauf Besondere Form der Zugkonstrzktion. Statt eingeschnittene Züge hat das Rohr nur glatte Führungsfelder.
  Posten Auch als Roller oder Paläster bezeichnete grobe Schrote mit einem Durchmesser von über 4mm. Postenschrot bevorzugten Jäger früher bei Treibjagden zum Schuss auf flüchtige Wildschweine und Rehe; heute sind Posten in der Bundesrepublik für die Jagd verboten. In den USA sind sie als "Buckshot" (vom englischen "buck" für Bock, Rammler) als Polizei- und Selbstverteidiungs-Munition weit verbreitet.
  Power Point Amerikanisches Deformationsgeschoss
  Präzision Die Bewegung, die das Geschoss während des Fluges zusätzlich zum Drall macht. Die Geschossspitze pendelt um den Schwerpunkt das Geschosses. Diese Pendelbewegung entsteht durch den Drall und den Luftwiderstand vor dem Schwerpunkt des Geschosses. Das heißt: Zusätzlich zum Drall macht die Geschossspitze noch eine eigene Bewegung: Das ganze Geschoss dreht sich über eine Seite (bei Rechtsdrall rechts, bei Linksdrall links) in einer Kreisform weg. Zeichnet man diese gesamte Geschossbewegung auf, ähnelt sie einer runden Spirale (Rosettenform).
  Präzisionsschuss Beschuss eines Laufes oder einer fertigen Waffe mit einer Speziell dafür entwickelten Munition, um die Eigenpräzision des meist eingespannten Laufes oder der Waffe zu messen.
  Preßführung Art der Geschoßführung; der Gasdruck drückt das Projektil in die Züge.
  Prismen Von Griechisch "Prisma", was soviel wie "Zersägtes" bedeutet. In der Optik versteht man unter Prismen Körper aus lichtdurchlässigem und lichtbrechendem Stoff. So zerlegt ein Prisma ein Lichtbündel in seine Einzelbestandteile, die aufgrund ihrer verschiedenen Wellenlängen als unterschiedliche Spektralfarben erscheinen. Eine einfache Prismenform, das Dreikantprisma, entspricht einer Pyramide aus vier gleichgroßen Dreiecken. Bei Prismenfernrohren und -feldstechern reflektieren Prismen verschiedener Form die Lichtstrahlen und kehren sich um. Durch die Prismen-Umlenkung lässt sich der Strahlengang verkürzen, weshalb Prismenfernrohre kompakter gebaut werden können als beispielsweise Linsenfernrohre. Aufgrund ihrer Bauweise unterscheidet man zwischen Dachkantprismensystemen, die eine schlanke, aber etwas längere Form ergeben und Porroprismensystemen. Diese verwendet man vor allem bei Ferngläsern, da sie eine sehr kurze, kompakte Konstruktion erlauben.
  PSG Abk. für Präzisionsschützengewehr
  PT-Munition Plastik-Trainingsmunition
  Pufferpatrone Unscharfe Patronen zum Abfangen des Schlagbolzens beim Entspannen/Abschlagen des Schlosses
  Pulverhorn, Pulverflasche Behälter zum Aufbewahren des Schwarzpulvers.
  Pulvermaß Schöpfmaß für Schwarzpulver und andere Pulversorten.
  Pulverpfanne Schöoßteil von Schwarzpulverwaffen, in dem das Zündkraut zündet.
  Pulvertröpfler Feindosierungsgerät zum Laden von Patronen.
  Pump-Gun Flinte, Vorderschaftrepetierer
  Punzierung Aufgeraute Fläche an Pistolengriffen oder Gewehrschäften.
  Pyrotechnische Munition Patronenmunition, bei der das Geschoß einen pyrotechnischen Satz enthält. Dieser Munition stehen Raketen gleich, die nach dem Abschuß durch die von ihnen mitgeführte Ladung angetrieben werden und Geschosse, die einen pyrotechnischen Satz enthalten.
Q Quarter Choke Viertelchoke, siehe Choke
  Querflinte Doppelflinte mit nebeneinanderliegenden Laufpaar.
  Querschläger 1) Pendelndes Langgeschoss, das in Querstellung auf das Ziel schlägt.
 
2) Ein Geschoss das durch Hindernisse von der eigentlichen Flugbahn abgelenkt wurde.
  Querschnitts- belastung Ballistik-Begriff, der die Kraft eines auftreffenden Geschosses auf einer definierten Fläche bezeichnet und in Grains pro Quadratmillimeter (grs/mm²) angegeben wird. Trifft ein Slug auf ein 50 Meter entferntes Ziel auf, beträgt die Belastung etwa drei grs/mm².
  Quick Shot Optische Visierung, ähnlich dem Ampoint.
R Radschloss Zündsystem bei dem ein am Hahn befestigter Schwefelkies auf ein in Pfannenmitte befindliches Stahlrad geschwenkt wird. Beim Abziehen dreht sich das Rad und schlägt den Zündfunken.
  Rahmen  1) Revolver-Bauteil, der Lauf, Trommelkran, Schloßwerk und Griffstück hält;
 
2) Eine breitere Art von Ladestreifen.
  Rahmenbrücke Bei Revolvern das Verbindungsstück über der Trommel.
  Rahmenlader Mehrladewaffe, bei der ein Patronenrahmen in den Magazinkasten eingeführt und dort festgehalten wird.
  Randfeuerpatrone (RF) Patrone mit im Hülsenrand eingearbeitetem Zündsatz.
  Randkegelgeschoss Projektil mit scharf abgesetzten Rand zum Scheibenschießen.
  Ransom Rest Einschießgerät
  Rasanz Als Rasanz bezeichnet man die Gestrecktheit der Flugbahn. Die Rasanz ist also um so kleiner, je stärker die Krümmung der Flugbahn.
  Rasanzpatrone Hochgeschwindigkeitspatrone
  Reflexbogen Oder Comosite-Bogen. Der Kern des Griffs und der Wurfarme besteht meist aus Holz. Auf dieses Trägermaterial werden Schichten von Horn und Sehnen aufgebracht, die den Armen eine außergewöhnliche Biegsamkeit und Schleuderkraft verleihen. Ohne Sehne neigen sich die Spitzen der Bogenarme stark nach außen, so dass sie bei aufgezogener Sehne bereits stark vorgespannt sind. Das Material und die Konstruktion des relativ kurzen Reflexbogens verhelfen den Pfeilen zu großer Reichweite und verleihen ihnen eine erhebliche Durchschlagskraft. Die Türken machten diese Sattel-Waffe asiatischer Reitervölker in Europa bekannt, daher auch die Bezeichnung Türkenbogen.
  Reihenfeuer Dauerfeuer
  Reitstange Eine 15 bis 30 Zentimeter lange Eisenstange (je nach Modell), die seitlich am Gewehr angebracht war. Ein Sattelring umschloss die Stange, daran war mit einem Karabiner der Lederriemen befestigt, mit dem man die Waffe trug. Zur Zeit der Vorderlader waren beide unmittelbar miteinander verbunden. Zum laden der Waffe zog der Reiter sie aus dem Scabbard und drehte sie um, was wegen der Befestigung an der Reitstange und des freilaufenden Sattelrings ohne Verrenkungen möglich war. Da die Waffen am Riemen hing, der als Gegenlager diente, konnte er das Geschoss setzen und die Waffe laden. Später fiel die Reitstange weg und man verwendete nur noch den Sattelring.
  Repetieren Bewegung des Verschlusses, bei der die verschossene Hülse aus dem Patronenlager ausgeworfen, eine neue Patrone ins Patronenlager geführt und das Schloss gespannt wird.
  Repetierwaffen Mehrlader, bei denen das Repetieren von Hand erfolgt.
  Revolver Mehrschüssige Kurzwaffe mit drehbarem Laufbündel oder Trommel (Walze). Diese enthält dan Munitionsvorrat und dient gleichzeitig als Patronenlager.
  Revolvergewehr Früher auch Drehling genannte Langwaffe mit revolverartiger Mehrladeeinrichtung.
  Riegelverschluss Verschlußsystem, bei dem ein beweglicher Riegel Lauf- und Verschuußgehäuse verbindet.
  Riemenhalterung Kurzer, verstellbarer Lederriemen an Schießjacken, der bei Rechts-Schützen an der linken Schulter befestigt ist. Die Riemenhalterung sichert den Schießriemen beim Liegend- und Kniendschießen vor dem Abrutschen.
  Rim-Fire (R.F.) engl. Randfeuer
  Ringvisier Ein Lochvisier statt der Kimme.
  Ringkorn Ringförmiges Korn bei Sportgewehren, durch die sich das Zielbild schneller erfassen lässt als mit einem Balkenkorn. Der Metallring wird durch einen Korntunnel gehalten, der gleichzeitig vor einfallendem Licht schützt. Heute werden verstellbare Ringkorne angeboten, bei denen sich der Innen- und Außendurchmesser des Zielrings stufenlos verstellen lässt. So kann der Schütze den sichtbaren Abstand zwischen dem Spiegel und dem Innenring nachregeln, wenn durch Sonnenstrahlung oder schlechte Sichtverhältnisse der Scheibenspiegel kleiner erscheint.
  Röhrenmagazin Eine bei Repetiergewehren (hauptsächlich Unterhebel- und Vorderschaftrepetierern) und Schrotautomaten übliche Magazinart. Die Röhre liegt unter dem Lauf und nimmt die Patronen hintereinander auf, weswegen keine Patronen mit Spitzgeschossen verwendet werden dürfen. Der Rückstoß drückt nämlich den Hülsenboden der vorderen Patrone auf die Spitze der dahinterliegenden. Dabei kann die vordere Patrone zünden, und das Magazin explodiert. Patronen mit Rundkopf- und Flachkopfgeschossen und Randfeuerpatronen dagegen kann man ohne weiteres laden.
  Rohr Andere Bezeichnung für Lauf.
  Rollenverschluss Halbstarr verriegelndes Verschlußsystem mit seitlichen Rollen, bekannt vom HK G3 und MP 5.
  Rollingblock Von Remington entwickeltes Verschlußsystem mit einem über eine Achse abknickenden Block, den das Schlagstück blockiert.
  Roll-Over Abzug ohne Druckpunkt (Direktabzug)
  Rotation Die durch den Drall bewirkte schnelle Drehbewegung des Geschosses um die eigene Achse.
  Rotations- geschwindigkeit Die Rotationsgeschwindigkeit hängt von der Geschoßgeschwindigkeit und der Drallänge ab. Bei Büchsenpatronen beträgt sie zwischen 3000 und 4000 Umtrehungen pro Sekunde, bei der Kleinkaliberpatrone .22 l.r. und bei Faustfeuerwaffen um 1000 Umdrehungen pro Sekunde.
  Rotationsloser Geschossweg Strecke des Geschosses vom Beginn seiner Bewegung in der Hülse bis zum Eindringen in die Züge und Felder des Laufes. Diese Strecke legt das Projektil hauptsächlich in der Führung des Hülsenhalses zurück.
  Round Butt Rundrückige Grifform
  Round Nose (RN) engl. für Rungkopf.
  Rückstoß Rückwärtsbewegung der Waffe beim Schuss.
  Rückstoßbremse siehe Mündungsbremse
  Rückstoßlader Waffen diesen Typs nützen den Rückstoßimpuls des beim Schuss entstehenden Gasdrucks, um automatisch eine neue Patrone zu laden. Der Druck überträgt sich über die Patronenhülse auf Lauf und Verschluss, die sich -je nach Konstruktion- nach hinten bewegen, wobei der Verschluss die leere Hülse mitnimmt und auswirft. Die gespannte Schließfeder schnellt ihn wieder nach vorn, wobei er die nächste Patrone aus dem Magazin ins Patronenlager schiebt. Nach diesem Prinzip funktionieren die meisten Selbstladepistolen.
  Ruhrast Sicherheitsvorrichtung, die den Hahn in einer für den Abzug blockierten Position hält.
  Rundkopf-Geschoss Ein Geschossprofil bei dem der Führungszylinder in einem halbkugelförmigen Kopf übergeht. Langgeschosse des 19. Jahrhunderts hatten diese Form. Heute wird der Bergriff fälschlicherweise auf Geschosse mit Doppelradius-Profil angewandt: Es handelt sich jedoch um stark abgerundete Ogival-Geschosse (vom französischen "ogive" für Spitzbogen), bei denen der Kreis des Spitzenprofils ansatzlos in den Bogen des Ogivals übergeht. Typisches Beispiel: die Vollmantelgeschosse der 9mm Parabelum-Patrone.
S S Abk. für 1) Spannabzug 2) Spitzgeschoss
  Sabot Treibmittel für Flintenlaufgeschosse. Diese Slug-Art ist, unterkalibriert, das bedeutet, sie besitzen einen geringeren Durchmesser als das Laufkaliber. Um sie während des Laufdurchgangs zu stabilisieren, werden Sabots oder Treibmittel in Form von Ringen oder Bechern verwendet, die das Geschoss umschließen und so die Differenz zwischen Geschossdurchmesser und Laufkaliber ausgleichen. Das Geschoss flattert nicht durch den Lauf, sondern bleibt beim Flug in der Längsachse stabil.
  Salvengewehr Langwaffe mit Laufbündel, die gleichzeitig oder nacheinander abgefeuert werden kann.
  Sattelgewehr Ein anderer Ausdruck für Waffen, die nur die Kavallerie verwendet. Meist waren sie an den Sätteln mit Lederriemen befestigt oder in Gewehrtaschen am Sattel untergebracht.
  Scabbard Der englische Ausdruck für Lederbehälter und Schwertschneiden, inzwischen ein üblicher Begriff für das Gewehrfutteral.
  Schaft, Schäftung Verbindet alle Teile der Langwaffe miteinander.
  Schalldämpfer Vorrichtung, die der Dämpfung des Mundungsknalls dienen und für Schußwaffen bestimmt sind.
  Scharfrand Zahlreiche ältere Jagdpatronen fallen durch einen gegenüber der Geschossspitze scharf abgrenzenden Rand auf. Dieser Scharfrand sollte beim Auftreffen der Kugel Haare aus der Wilddecke stanzen, um eine mögliche Nachsuche zu erleichtern, wenn kein Blut zu finden war. Anhand der Farbe der Schnitthaare konnte der Jäger außerdem den Sitz des Treffers bestimmen und danach auch das Fluchtverhalten des Wildes beurteilen.
  Schienen- verlängerung Verlängerung der Laufschiene an Kipplaufwaffen, die im Verschlussgehäuse in einer Nut weiterläuft. Üblicherweise ist sie zwischen einem halben bis zwei Zentimeter lang und mit einer Bohrung versehen. Sie ermöglicht das Anbringen eines Greeners. Wird keiner verwendet, schützt sie gut eingepasst, gegen seitliches Verdrehen der Läufe beim Schuss. Erfunden wurde sie vom Engländer Doll, bei dem sie aber noch die Form eines Kegels hatte. Diese Art der Schienenverlängerung wird heute nur noch selten verwendet, da sie kaum zusätzliche Sicherheit bietet, ist aber bei alten Waffen noch anzutreffen. Man nennt sie nach ihrem Erfinder "Puppenkopf" (Doll=Puppe).
  Scheibenbüchse, Scheibenstutzen Schwere Waffe für das Scheibenschießen.
  Scheibenpistole siehe "Freie Pistole"
  Schiebesicherung Sicherungsvorrichtung, die durch Schieben eines Hebels oder Knopfes betätigt wird.
  Schieberspannung Umschalter von Schrot- auf Kugellauf an Kombinationswaffen.
  Schießbaumwolle Nitrozellulose
  Schlagbolzen   Bild Teil des Verschlusses, der auf die Zündladung der Patrone trifft.
  Schlagfeder Erzeugt due Schlagkraft des Hahns oder des Schlagbolzens.
  Schlagstück Auch Hahn oder Hammer
  Schließfeder Drückt den Verschluss gegen das Patronenlager.
  Schlitten Verschluss von Selbstladewaffen..
  Schlittenfanghebel Der Schlitten einer Pistole rastet beim Zurückziehen (Spannen) in einen Haken-Mechanismus, den Schlittenfanghebel, ein. Durch Betätigung des Hebels löst der Schütze die Rast, und der Schlitten schnellt wieder nach vorn, wobei er eine Patrone aus dem Magazin in das Patronenlager schiebt.
  Schloss Teil des gesammten Verschlußsystems der Waffe, der die Patrone zündet.
  Schlößchen Schlossteil der Kammerverschlüsse nach hinten abschließt. Beim Mauser-Verschlusssystem 98 verbindet ein Gewinde das Schlösschen mit der Kammer. Es nimmt Schlagbolzen, Schlagbolzenfeder, Schlagbolzenmutter und Sicherungsflügel auf.
  Schnapphahn- Schloss Vorläufer des Steinschlosses.
  Schnellfeuer-Pistole Spezialwaffe für die Olympische KK-Disziplin.
  Schör Schör nennt man bei Messern den Bereich der Spitze angeschliffenen Klingenrücken, bei Säbeln und Seitengewehren den oberhalb des Klingenrückens im vorderen Drittel aufgesetzten und angeschliffenen Buckel.
  Schränkung Seitliche Versetzung des Hinterschaftes zur Längsachse der Rohre.
  Schrot   Bild Bleikugeln verschiedenen Durchmessers zum Verschuss aus glatten Läufen.
  Schrotführung Zylindrischer Innenteil des Pohres zwischen vorderem Ende des Übergangskonusses und Choke-Bereich.
  Schulterwinkel Bezeichnung für das Verhältnis des schmalen Hülsenhalses zum Hülsenkörper. Der nach unten offene Winkel bestimmt den Druck der ausströmenden Pulvergase: Bei gerader Hülse (Winkel =0) ist das Maximaldruck am geringsten; bei einem Winkel von beispielsweise 45 Grad stauen sich die Gase vor der Schulterverengung und erzeugen einen höheren Gasdruck und damit eine höhere Geschossgeschwindigkeit.
  Schußapparte Schußapparate im Sinne des Waffengesetzes sind tragbare Geräte, die für gewerbliche oder technische Zwecke bestimmt sind und bei denen zum Antrieb Munition verwendet wird. Bekannte Beispiele sind von Hausschlachtern und kleinen Schlachtereien benutzten Vietötungsgeräte und die Bolzenschußgeräte, die in der Bauwirtschaft benutzt werden.
  Schußwaffen Schußwaffen im Sinne des Gesetzes sin Geräte, die zum Angriff, zur Verteidigung, zum Sport, Spiel oder zur Jagd bestimmt sind und bei denen Geschosse durch einen Lauf getrieben werden.
  Schwadenimpuls Entsteht durch die hinter dem Geschoss aus dem Lauf ausströmenden Pulvergase. Die Geschwindigkeit der Schwadengase ist bei Revolvern etwa 1,5 mal so hoch wie die Geschossgeschwindigkeit. Bei Hochgeschwindigkeitsaufnahmen erkennt man, wie die Gase das Geschoss überholen. Bei Kurzwaffen vernachlässigt man den Schwadenimpuls.
  Schwalbenschwanz Eingefräste Führungsnut zur Aufnehme der Visierung.
  Schwanzschraube Ein mehrere Zentimeter langer Gewindebolzen mit Schraubengewinde, der die Läufe von Vorderladern zum Schaft hin verschließt. Meist besitzt die Schwanz-, Kammer- oder Bodenschraube noch eine längliche Nase, die vor dem Kolbenhals eingelassen und verschraubt wird. Patentschwanzschrauben nehmen bei Perkussionswaffen den Zündstollen auf und besitzen eine konische Aussparung für die Pulverladung.
  Seelenachse Mittellinie der Laufbohrung
  Seelenlänge Länge der Seele vom Stoßboden bis zur Mündung.
  Selbstlader Handfeuerwaffen, die selbstständig repetieren.
  Selbstladewaffen Mehrschüssige Waffen, bei denen nach dem Schuss automatisch die leere Patronenhülse ausgeworfen und eine neue Patrone zugeführt wird. Zusätzlich wird die Waffe wieder gespannt. Lässt man den Abzug nach dem Schuss nicht los, kann man nicht weiterschießen. Der Abzug muss erst seine Ruhestellung erreichen, um erneut einen Schuss auszulösen. Selbstladewaffen und automatische Waffen haben nichts miteinander zu tun. Eine Selbstladewaffe ist ein Halbautomat.
  Semi-Wadcutter (SWC) Kegelstumpf-Spitzgeschoss
  Senkung Winkel zwischen Hinterschaft und Laufachse bei Langwaffen.
  Seitenschloss In den Schaft eingesetztes Schloss mit auf einem Schließblech angebrachten Teilen.
  Sicherung Jede Vorrichtung, die eine unbeabsichtigte Schußabgabe verhindert.
  Sicherungsflügel Eine der gebräuchlichsten Sicherungen. Bei Repetiergewehren sitzt der kleine, um seine Achse drehbare Metallhebel in der Regel unmittelbar am Schlossende. Schwenkt man den Sicherungsflügel um seine Achse, legt er dadurch den Schlagbolzen und - bei vielen Systemen - zugleich die Kammer fest. Bei einigen Selbstladepistolen wie der Beretta 92 F dient der Sicherungsflügel zugleich als Entspannhebel: Sichert man die Waffe, kehrt der gespannte Hahn gleichzeitig in seine Ausgangsstellung zurück.
  Siebenlochpulver Um ein gleichmäßiges Abbrandverhalten des Pulvers zu gewährleisten, muss die Fläche des einzelnen Pulverkorns während der Verbrennung immer gleich groß bleiben. Stangen- und Röhrenpulver brennen nicht gleichmäßig ab. Deshalb bohren Pulverhersteller in jeden kleinen Pulverzylinder sieben kleine Löcher in Längsrichtung. Sie gleichen während der Verbrennung die kleiner werdende Oberfläche aus, da sie beim Schuss von innen nach außen abbrennen.
  SIG Schweitzer Industrie-Gesellschaft, Konzern mit Waffenfabrik.
  Signalpistole Waffe für Pyrotechnische Munition.
  Signalstift Kommen hauptsächlich bei Flinten und Drillingen vor und sind von außen zu sehen und meistens auch zu fühlen. Sie sollen anzeigen, ob die Schlösser von Selbstspannergewehren gespannt oder die Läufe geladen sind.
  Single-Action (SA) Hahnspannersystem, vor jeder Schußabgabe muß der Hahn gespannt werden.
  Slugs Englische Bezeichnung für Flintenlaufgeschosse.
  Spannabzug Abzugsspannung bei Revolvern und Selbstladepistolen, wobei der außen- oder innenliegende Hahn durch Zurückziehen des Abzugs gleichzeitig gespannt wird. Spannabzugsrevolver sind besser als Duble-Action-Revolver bekannt. Für Selbstladepistolen gilt: Das sonst erforderliche Zurückziehen des Verschlussstücks entfällt, wenn die Pistole mit einer Patrone im Lauf getragen wird.
  Speedloader Schnelladevorrichtund für Trommelrevolver.
  Spektiv Ein einäugiges (mit einem Okular) Fernrohr, das sowohl mit Linsen- als auch mit Umkehrsystemen arbeiten kann. Spektive gibt es entweder als Ausziehfernrohr oder als feststehende Primenfernrohre. Früher nannte man sie galiläische Gläser.
  Sperrklinke Revolver-Verriegelungselement, das nach jeder Drehbewegung die Trommel arretiert.
  Spiegel Das Schwarze auf der Ringscheibe. Der Durchmesser richtet sich nach der verwendeten Waffenart und der Schussdistanz. Bei größeren Schussentfernungen wird in der Regel auch auf größeren Spiegeln geschossen. Das Schwarze der Luftgewehrscheibe für die 10-Meter-Distanz beispielsweise misst nur 31 Millimeter im Durchmesser, bei der 100-Meter-KK-Disziplin fast das siebenfache, nämlich 200 Millimeter.
  Spitz-Geschoss (S-Geschoss) Spitz zulaufendes Projektil.
  Standstutzer Schwere Scheiben-Vorderladerbüchse
  Stahl Eine Eisen-Kohlenstofflegierung, deren Eigenschaften vom Kohlenstoffgehalt abhängen. Stähle mit über 1,5% Anteilen an Kohlenstoff sind zwar hart, aber spröde, sie lassen sich nicht mehr schmieden. Stahl ist härter und widerstandsfähiger als Eisen und verbiegt sich kaum, deshalb wurden daraus bevorzugt Schneiden an Klingenwaffen hergestellt.
  Stainless engl. für "rostfrei"
  Stangensicherung Sicherungsart, bei der die Abzugsstange einer Waffe durch einen Klemm-Mechanismus blockiert wird. Bei älteren doppelläufigen Waffen (zum Beispiel Doppel-Flinten) lässt sich nach dem Abfeuern eines Laufes der zweite nicht mehr sichern, weil die Abzugsstange das abgeschlagenen Schlosses das Verschieben verhindert. Moderne doppelläufige Exemplare besitzen deshalb zwei getrennte Sicherungsteile.
  Starkmantel- geschoss Spezialprojektil mit am Geschoßboden starkem, an der Spitze aber dünnem Mantel.
  Statische Analyse Bezieht sich auf die Bestandteile einer Patrone: Pulverart und -form, Material und Gewicht der Geschosse sowie die verschiedenen Initialzünder und Hülsen.
  Stauchzylinder Mit ihm ermitteln Ballistiker den Gasdruck bei Patronen. Über eine Bohrung im Patronenlager setzt der Prüfer eine Stahlkolben, darauf kommt der Stauchzylinder aus Kupfer, sein Durchmesser ist auf das jeweilige Kaliber genormt. Mit einer Schraube wird der Zylinder von oben festgeklemmt und die Schraube fest angezogen. Nach dem Schuss entnimmt man den Stauchzylinder und misst seine Höhe. Die Differenz zwischen dem normalen und gestauchten Zylinder ergibt einen Wert. Aus einer Tabelle kann man anhand dieses Wertes den Gasdruck ablesen. Diese Meßmethode gilt jedoch als veraltet. Genauere Ergebnisse erzielt man mit dem Piezoquarz, der bei neueren Meßsystemen anstelle des Stauchzylinders angebracht wird. Ein Computer wertet den Impuls aus, und der Tester kann den Gasdruck am Bildschirm ablesen.
  Stecher Spezielle Abzugsform, bei der nach dem Einstechen (Spannung des Stechschlosses) der Abzugswiederstand stark verringert ist.
  Steckrücken Eine Verstärkung der Klinge, die sich bei Seitengewehren, Säbeln und anderen Blankwaffen aus dem breiteren Griffrücken entwickelt und bis zur Klingenspitze reicht. Der Stechrücken verbindet den Schör mit der eigentlichen Klinge und soll verhindern, dass sie abbricht oder verbiegt.
  Steckrückenklinge Auch Steckenrücken oder gesteckter Rücken genannt. Gemeint ist der Klingenrücken von Degen, Säbeln oder Seitengewehren, der zu einem Rund-, manchmal auch Drei- beziehungsweise Vierkantstab geschmiedet ist.
  Steinschloss Zündmechanismus, bei der ein Feuerstein am Hahn befestigt ist, der beim Abziehen auf die Batterie fällt und den Zündfunken schlägt.
  Steuerkurve Einige Selbstladepistolen steuern die Entriegelung und Verriegelung der Laufwarzen über einen Ansatz unterhalb des Patronenlagers. Beim Entriegeln kippt der Lauf über eine längliche, schräg nach unten verlaufende Ausfräsung - die Steuerkurve - nach hinten ab. Der Querbolzen des Schlittenfanghebels liegt an der Steuerkurve an und verbindet Lauf und Gehäuse. Steuerkurven anderer Art gibt es bei Revolvern. So besitzt die Trommelaußenseite des Mausermodells 1878 zickzackförmige Ausfräsungen, die die Trommelbewegung beim Spannen des Hahns steuert.
  Stgw Abk. Sturmgewehr
  Stichblatt Handschutz-Element an Degen und Dolchen. Ursprünglich eine den Parierring am Degen- oder Dolchgefäß ausfüllende, muldenförmige Blechscheibe, die die gegnerische Klingenspitze abwehren sollte. Im laufe der Degen-Entwicklung bekam das Stichblatt mehr und mehr die Form einer Schale. Oftmals waren die Ränder des Stichblatts umgebogen oder besaßen einen angeschweißten Rand.
  Stiftzündung Lefaucheux-Zündung
  Stock Gun engl. für Serienmäßige Waffen
  Stoßboden, Stoßfläche, Stoßplatte Fläche des Kipplauf-Verschlußgehäuses, an die die hintere Fläche der geschlossenen Läufe anliegt und der Patronenboden anstößt.
  Streifenlader Repetierwaffen, die mit Ladestreifen geladen werden.
  Streuung Selbst bei allerbester Waffe und Munition geht auf größere Entfernung nicht Schuß für Schuß durch dasselbe Loch auf der Scheibe. Vielmehr werden sich eine Anzahl von Schüssen auf eine mehr oder minder großer Fläche verteilen. Diese Erscheinung nennt man bei Einzelgeschossen Streuung. Schrotgaben ziehen sich nach Verlassen der Laufmündung auseinander, so dass mit zunehmender Schußentfernung der Durchmesser einer Schrotgabe immer größer wird. Auch diese Erscheinung nennt man Streuung.
  Stutzen Kurze Buchse mit bis an die Mündung reichender Schäftung.
  Support Verstellbare Schraubvorrichtung, besonders bei Visierungen genutzt.
  S&W Smith & Wesson, amerikanischer Waffenhersteller.
  Swing-Out-Cylinder Seitlich ausschwenkbare Trommel bei Revolvern.
  System Verschluss samt Gehäuse
  Systemkasten Verschlußgehäuse
T Tab Von Bogenschützen benutzter lederner Fingerschutz, der die Fingerglieder beim Auslassen der Sehne schützt.
  Taper-Barrel Lauf der sich vom Rahmen bis zur Mündung verjüngt.
  Teilkerngeschoss Stahlmantelgeschoss mit Bleispitze und zusammengesetztem Kern.
  Teilmantelgeschoss (TM) Projektil mit über den Geschoßmantel reichender Bleispitze.
  Teilermaschine Vorrichtung zur Bestimmung der Entfernung zwischen Schussloch und Scheibenmittelpunkt. Die jeweils auf die Scheibe abgestimmte Teilermaschine ermöglicht durch die genaue Auswertung eine Platzierung der Schützen bei gleicher Ringzahl.
  Terzbügel Auch Neben- und Seitenbügel genannt. Verbindungssteg zwischen Griffbügel und Parierstange an der Gefäßaußenseite eines Degens. Sitzt dieser Verbindungssteg an der Gefäßinnenseite, so wird er als Quartbügel bezeichnet.
  Terzerol Ein- oder mehrläufige Vorderladerpistole, Treiber-, Schreckschußpistole.
  Tesching Leichtes Gewehr für KK-Randfeuerpatronen.
  TIG Torpedo Ideal Geschoss (Brennecke)
  Tomback Kupferlegierung, hauptsächlich für Geschoßmäntel verwendet.
  Torpedogeschoss Geschoss mit konischem oder kegelfürmigen Heckteil.
  Transfer Bar Mit dem Abzug kombinierte Sicherheitsklinke im Revolverschloss, die den Impuls auf den im Rahmen liegenden Zündstift überträgt.
  Treibspiegel- Geschoss Projektil, das aus zwei Teilen besteht: dem Geschoss und der Ummantelung. Der Geschossdurchmesser ist wesentlich kleiner als das Kaliber, der Mantel hingegen hat genau Kaliberdurchmesser und sorgt dafür, dass das Geschoss sicher in den Zügen und Feldern geführt wird. Wegen des geringen Gewichts erreicht es eine hohe Mündungsgeschwindigkeit. Beim verlassen der Mündung bewirkt der Luftwiderstand, dass sich der Treibspiegel meist vom Projektil löst. Der Vorteil der vor allen beim Militär verwendeten Geschosse liegt in der hohen Geschwindigkeit und der hohen Durchschlagskraft.
  Triggerstop Begrenzug des Abzugzüngels nach hinten. Vernindert, das der Abzug nach dem Auslösen des Schusses weiter durchgezogen werden kann.
  Triple-Lock Dreipunkt-Trommelverriegelung bei Revolvern.
  Triplexgeschoss Dreifachgeschoss
  Tromblon Vorderladerwaffe mit trichterförmig erweiterter Mündung.
  Trommelkran Ausschwenkbares Revolverteil, auf dem die Walze sitzt.
  Trommelrevolver siehe Revolver
  Tschinke Leichte Radschloßbüchse
  TUG Torpedo Universal Geschoss
  Tülle Auch Dülle oder Dille genannt. Vom Mittelhochdeutschen Tülle = Rohr. Hohler Teil an Stangenwaffen-Klingen (beispielsweise an Saufedern) mit rundem oder rechteckigem Querschnitt, in den der Holzschaft eingeschoben wird. Als Tüllen werden auch die Aufsteckröhren an Bajonetten und bei Axtklingen der Bronzezeit, sogenannte Tüllenaxt, bezeichnet.
U Überbohrter Lauf Auf ein überkalibriertes Maß ausgetriebener Lauf
  Übergangskegel, Übergangskonus Der Teil des Laufes, der Patronenlager und den gezogenen Laufteil miteinander verbindet. Seine Länge wird von den jeweiligen Beschussämtern festgelegt. Bei jeder Waffe muss der Übergangskegel dam längsten Geschoss des Kalibers entsprechen. Das führt bei kurzen Geschossen zum Freiflug, der die Treffergenauigkeit erheblich beeinflusst.
  Überlauf Einstecklauf zum Verschießen kleinkalibriger Munition.
  Umkehrsystem Bei Fernrohren ohne Umkehrsystem erscheint das Bild seitenverkehrt und auf dem Kopf stehend. Umkehrsysteme (mit Linsen oder Prismen) bewirken, dass es normal erscheint.
  Underlug Unter den Lauf montiertes Zusatzgewicht.
  Uzi Maschinenpistole, benannt nach dem israelischen Erfinder Uzil Gal.
V V (velocitas) -Geschwindugkeit, Vo Anfangsgeschwindigkeit des Geschosses; V100 Geschw. nach 100m Flugweite; Vz Geschw. im Ziel.
  Varmint-Kaliber Amerikanische, kleinkalibrige Munitionssorten für die Jagd auf kleine Raubtiere und Nager (vom englischen "varmint" für Racker, Raubzeug), deren Geschosse die wertvollen Bälge - neben der Falle - am besten schonen. Als Varmint-Büchsen galten langrohrige Vorderlader etwa im Kaliber .32 und .36. Moderne Varmint-Kaliber entstanden oft aus Wildcats. Sie zeichnen sich durch hohe Anfangsgeschwindigkeiten und eine gestreckte Flugbahn aus, die einen gleichbleibenden Haltepunkt beim Schuss auf größere Entfernungen erlauben. Als gängige Varminter gelten die Kaliber .222 und .22-250 Remington.
  Ventilierte Schiene Teilweise freiliegende bzw. durchbrochene Visierschiene, die das Flimmern unterbinden soll.
  Verbrennungsraum Raum zwischen Geschoß- und Stoßboden des Verschlusses.
  Verriegelungswarzen Schlossteile von Kammerverschlüssen, die den zylinderförmigen Verschluss entweder unmittelbar vor dem Patronenlager in der Kammerhülse oder hinter dem Kammerstengel festlegen. Schließt man den Verschluss, indem man den Kammerstengel nach rechts unten drückt (Rechtssystem), drehen sich die Verriegelungswarzen in entsprechende Aussparungen der Kammerhülse oder des Verschlusskastens. Der Verschluss verriegelt, dichtet das System nach hinten ab und fangt Gasdruck und Rückstoß auf.
  Versager Patrone, die trotz voll funktionsfähiger Waffe nicht oder erst mit zeitlicher Verzögerung ("Nachbrenner") zündet. Mögliche Ursachen: Verdorbener (feuchter oder chemisch umgeschlagener) Zündsatz; zu starker Zündhütchenboden, der für besonders starke Schlagfedern ausgelegt ist; verstopfte Zündlöcher oder ungereinigte Zündglocken bei wiedergeladenen Patronen; zu kleiner oder gar kein Amboss auf dem Zündhütchen.
  Verschluss Der Verschluss schließt das Patronenlager nach hinten ab und dient als Gegenlager für die Patrone.
  Verschlußabstand Abstand zwischen Hülsenboden und Stoßboden.
  Verschlußgehäuse- kasten Nimmt die Teile des Verschliusses und des Schlosses auf.
  Vierling Jagdliche Kombinationswaffe mit zwei Schrot- und zwei Kugelläufen.
  Visier Hinterer Teil der Visierung
  Visierung Zieleinrichtung insgesammt, unterscheidet sich nach Verwendungszweck und Art der Waffe.
  Viskosität Die sogenannte Zähigkeit von Flüssigkeiten und Gasen, also die Reibungsspannungen, die bei der Verschiebung von Flüssigkeits- und Gasteilchen auftreten. Die Viskosität lässt sich mit Viskosimetern messen. Beim Kapilar-Viskosimeter strömen Flüssigkeiten durch ein Haarröhrchen. Die Zeit, die ein bestimmtes Volumen dazu braucht, kennzeichnen die Zähigkeit des Stoffes.
  Volleder Bei der Lederherstellung trennen die Kürschner dicke Häute in bis zu drei Schichten oder Spalte. Die enthaarte Oberhaut bezeichnen sie als Narbenspalt oder Volleder, die anderen nabenlosen Schichten als Mittel- und Fleischspalt.
  Vollmantel-Geschoss Geschosse, deren Bleikern von einem härteren Material umhüllt ist. Während in den USA schon seit Jahrzehnten Mäntel aus Kupferlegierung bevorzugt werden, dominierte in Europa lange Zeit der Stahlmantel. Heute hat sich vor allem der Tombakmantel durchgesetzt. Vollmantel-Geschosse sind vollkommen von einem härteren Material umhüllt, beim Teilmantel-Geschoss bleibt der Geschosskopf frei.
  Vorderlader Schußwaffe, deren Lauf von vorn geladen wird.
  Vorderschaft Der vor dem Verschlußstück einer Waffe liegender Schaftteil.
  Vorweite Schadensfall, der Durchmesser des Büchsenlaufes ist an der Mündung größer als beim übrigen Lauf.
W Wadcutter (WC, engl. "Blattschneider") Spezialgeschoss für Scheibenschießen.
  Waldläufer Jagdliche Kombinationswaffe mit zwei Schrot- und einem Kugellauf.
  Weaver-Stance Von dem amerikanischen Polizisten Jack Weaver eingeführte und erfolgreich praktizierte Schießhaltung (vom Englischen stance = Haltung, Stellung). Beim Weaver-Schuss wird eine Faustfeuerwaffe mit beiden Händen so gehalten, dass sie von der rechten Hand, die nach vorn drückt, und von der linken, die nach hinten zieht, regelrecht eingespannt wird. Es ist eine bewährte Schießhaltung sowohl für den gezielten Schuss auf mittlere und größere Entfernungen. Der Körper steht fast parallel zur Scheibe, die Beine sind beim schnellen Schuss leicht angewinkelt, wobei die Waffe in Augenhöhe gehalten wird. Beide Augen bleiben während des Zielens und der Schussabgabe geöffnet.
  Wechselchoke Auswechselbare Mundungsauf- und einsätze.
  Wechsellauf Meist mit einem anderen Kaliber versehener Lauf, so dass sich aus der Waffe zwei oder mehr Kaliber schießen lassen, auch als Wechselsystem mit Magazin.
  Wender Ältere Handfeuerwaffe mit drehbaren Laufbündeln, die nach einer Wendung nacheinander abgeschossen wurden.
  Wheel Runde Compoundrolle, welche die notwendige Auszugskraft am Ankerpunkt im Vergleich zu herkömmlichen Recurve-Bögen um etwa die Hälfte reduziert. Eignet sich besonders für das Scheibenschießen, weil der Pfeil gleichmäßig beschleunigt wird.
  Wildcat Aus unterschiedlichen handelsüblichen Geschossen und Hülsen zusammengesetzte Patronen.
  Winterabzug Vergrößerter Abzugsbügel, so daß man auch mit Handschuhen schießen kann. Für einige Gewehre gibt es abklappbare oder verlängerte Abzüge, die man sogar mit dicken Fausthandschuhen betätigen kann. Bereits im 19. Jahrhundert fertigten Norweger Winterabzüge für Perkussionsgewehre.
  Würgebohrung Choke-Bohrung
Y Yard Englisches Längenmaß. 1 yard = 3 feet = 91,44 cm. 
Z Zentralfeuer Zündung mit zentrischem Zündhütchen im Patronenlager.
  Ziehstange Auch als Zugstange bekanntes Werkzeug zum Einziehen der Züge in einen glatten Laufrohling. Zwei hakenförmige Schneiden bilden die Arbeitskanten einer bis zu mehreren Metern langen, dünnen Eisenstange. Je nach der beabsichtigten Drallänge sitzen die gehärteten, nur zentimeterlangen Messer in einem steilen oder flachen Winkel zur Zugrichtung. Moderne Läufe werden nicht mehr spangebend gezogen, sondern im sogenannten Kopfdrück- und Hämmerverfahren hergestellt.
  Zielfernrohr (ZF) Optisches Zielhilfsmittel.
  Zimmerstutzen Kleinkalibriges Scheibengewehr, dessen Kaliber der DSB auf maximal 4,65mm begrenzt. Als gebräuchliche Munition werden Randfeuerpatronen mit einer 4mm-Rundkugel verschossen. Die sogenannten rollierten Präzisionskugeln gibt es in den Größen von Nr. 7 (=4,30mm) bis Nr. 16 (=4,75mm), der Unterschied zwischen zwei Größen beträgt jeweils fünf Hundertstel Millimeter. Für den Wettkampf ist das Maximalgewicht der Zimmerstutzen auf 7,5kg begrenzt. Die Schießentfernung beträgt 15m. Die modernen Luftgewehr-Disziplinen haben in vielen Vereinen die Zimmerstutzen fast völlig verdrängt.
  Zubringer Drückt die Patrone durch Federdruck aus dem Magazin.
  Zuschießender Verschluss Masseverschluss, der mit der Vorwärtsbewegung die Patrone zuführt und automatisch zündet. Die Verschlussfeder schleudert beim Abziehen den ganzen Verschlussblock nach vorn. Sobald die Patrone voll in den Lauf eingeführt ist, wird sie vom - meist starr eingebauten - Zündstift gezündet. Durch den Rückstoß wird der Verschlussblock wieder nach hinten geworfen und drückt dabei die Verschlussfeder zusammen. Diese Verschlussart wird bei automatischen Waffen wie Maschinengewehren und -pistolen verwendet.
  Zündglocke Vertiefung im Patronenboden, die das Zündhütchen aufnimmt.
  Zündhütchen Napfartige Kapsel mit Zündsatz, der die Treibladung zündet.
  Zündnadelgewehr Hinterlader mit Kammerverschluss und nadelartigem Zündstift, bekannt sind das Dreyse und Chassepot.
  Zug, Züge Vertiefung in gezogenen Läufen. Zusammen mit den Feldern bewirken sie die Rotation des Geschosses.
  Zugdurchmessser/Zu gmaß Der Abstand zweier gegenüberliegender Züge.
  Zweibein Fest angebrachte oder abnehmbare Stützvorrichtung an einer Waffe.
  Zwischenmittel   Bestandteil einer Schrotpatrone zwischen Pulver- und Schrotladung, der die Energie der Treibgase